Demokratie hautnah …

Foto: Elisabeth Schwab

Junge, kreative Ideen

Die dritte Runde von „Mitmischen und Aufmischen im Dorf“ ist im Juni zu Ende gegangen. Im Fokus: mehr Mitsprache und Mitbestimmung für Jugendliche im kommunalen Umfeld. Dieses Schuljahr beteiligten sich das BORG Straßwalchen mit zwei Klassen, die HAK St. Johann „JOHAK“ und das MultiAugustinum in St. Margarethen.

Gestartet wurde in den vier Klassen mit einem Workshop zum Thema Demokratieverständnis: Wie denken junge Menschen über Demokratie? Wie geht es ihnen mit der Demokratie in Österreich und wie beteiligen sie sich am politischen Geschehen? Diese und andere Fragen wurden dabei thematisiert.
In den nächsten Projektphasen lernten die Jugendlichen die verschiedenen politischen Ebenen von der Gemeinde über die Landes- bis hin zur Bundesebene kennen. Pandemiebedingt war nicht alles möglich, die Bundesebene wird deshalb im September nachgeholt.

Jugendliche initiieren Projekte in ihren Heimatgemeinden
Parallel dazu waren die Schülerinnen und Schüler gefordert, Projekte in ihren Heimatgemeinden zu initiieren. Der Schwerpunkt der Praxisprojekte lag dieses Schuljahr bei den „Youth Goals“, den europäischen Jugendzielen. Die Youth Goals sind 2018 aus einer europaweiten Beteiligungsrunde mit 50.000 jungen Menschen im Rahmen des Jugenddialogs entstanden. Sie repräsentieren Ansichten von jungen Menschen aus ganz Europa und ergänzen als Annex die neue österreichische Jugendstrategie. Die Youth Goals zeigen auf, in welchen Bereichen noch Veränderungen passieren müssen, damit junge Menschen ihr Potenzial entfalten können. Erarbeitet wurden die elf Youth Goals und ihre jeweiligen Einzelziele unter wissenschaftlicher Begleitung. Alle EU-Mitgliedstaaten waren an ihrer Entwicklung beteiligt und unterstützen sie. Darüber hinaus wurden sie auch in die EU-Jugendstrategie aufgenommen. Der Jugenddialog arbeitet auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene an der Umsetzung der Youth Goals, um Politik im Sinne junger Menschen zu gestalten.

Jury kürt die besten Projekte
Aufgrund Covid-19 konnten nicht alle geplanten Projekte umgesetzt werden, mit einer großen Abschlusspräsentation der besten Projekte konnte „Mitmischen und Aufmischen im Dorf“ trotz des speziellen Schuljahres aber dennoch gut beendet werden. Eine fachkundige Jury bewertete die 16 engagierten Projektideen der Jugendlichen. Gewonnen haben letztlich 1 Projekt vom Multi Augustinum – der „Sporttag für Kinder“ in St. Margarethen – , 2 Projekte vom BORG Straßwalchen – „Love has no gender“, umgesetzt in der Gemeinde Straßwalchen, und „Umweltheld statt Plastikwelt“, umgesetzt in der Gemeinde Mondsee – sowie das Projekt „Helping hands“ von der JOHAK, geplant in der Stadtgemeinde St. Johann im Pongau. Für die prämierten Schülerinnen und Schüler geht es im September nach Brüssel.

Landesrätin Mag. (FH) Andrea Klambauer gratuliert den Siegerinnen und Siegern: „Für die Jugendlichen scheint Politik oft ganz weit weg. Doch wenn man sich mit der Heimatgemeinde auseinandersetzt, findet man immer noch etwas, das man verbessern bzw. optimieren kann. Ich freue mich sehr über die Kreativität und das Engagement der Jugendlichen und ich gratuliere allen Siegerinnen und Siegern! Ich hoffe, dass es für die Jugendlichen ein spannendes Erlebnis war, zu sehen, wie man vor Ort wirken bzw. was man bewirken kann!“

„Mitmischen und aufmischen im Dorf“ wird von der Gemeindeentwicklung in Kooperation mit akzente Salzburg durchgeführt und vom Land Salzburg und Erasmus+ gefördert. Im kommenden Schuljahr startet das Projekt in die vierte Runde.

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at

Die Siegerprojekte

Multi Augustinum
Sporttag für Kinder in St. Margarethen
Lukas Korbuly, Julia Hillebrand, Silvano Sampl
In der Corona-Situation sind Fitness und Sport für junge Menschen viel zu kurz gekommen. Das ständige Sitzen und der Mangel an Bewegung haben die Gruppe animiert, jungen Menschen in St. Margarethen die Chance zu bieten, gemeinsam und mit Spaß und Freude Bewegung zu betreiben. Ihr Plan war es, einen Sporttag für Kinder zu organisieren, das Ganze sollte als eine Art Stationenbetrieb ablaufen. Verschiedene Stationen wurden von den Pädagogen betreut und die Kinder bekamen für jede absolvierte Station einen Stempel in ihren Stationspass. Es war vor allem ein Versuch, Menschen wieder einander näherzubringen und gemeinsam Spaß zu haben. Dafür wurden Flyer, Logos, Pass und Buttons angefertigt.

JOHAK
Helping Hands in St. Johann
Philipp Persterer, Laura Wurzer, Simone Egger, Sarah Gassner, Lukas Entacher
Die Corona-Krise hat für alle viele Herausforderungen mit sich gebracht, und soziale Kontakte wurden stark eingeschränkt. Gerade die ältere Generation sowie die Risikogruppen hat es stark getroffen. Die einfachsten Tätigkeiten wurden zum Problem, das ohne Hilfe nur schwer zu bewältigen war. Die Jugendlichen haben zuerst ihren Großeltern das Einkaufen abgenommen, bald aber gemerkt, dass viele andere Menschen diese einfachen Dienste ebenfalls benötigen und schon lange vor der Corona-Zeit benötigt hätten. So besitzen beispielsweise nicht alle ein Auto und sind teilweise auch körperlich nicht fähig, um schwere Einkaufstaschen zu tragen. Das Credo der Jugendlichen: „Jetzt liegt es an uns, aktiv zu werden“. Das Projekt „Helping Hands“ übernimmt – wenn gewünscht – das Einkaufen sowie andere Tätigkeiten wie Garten-, Reinigungs-, einfache Handwerksarbeiten und Kleinigkeiten im Haushalt. Das Engagement ist freiwillig und die Hilfe ist kostenlos.

BORG Straßwalchen
Love has no gender in Straßwalchen
Carolyn Mairhofer, Emelie Spitzer, Rinesa Iseni
Einen Beitrag zu Toleranz und Offenheit in unserer Gesellschaft leisten: Diesem Ziel haben sich die Jugendlichen im Rahmen ihres Projektes verschrieben. Zu Beginn wurde die Pride-Flagge vor dem Gemeindeamt in Straßwalchen gehisst. Parallel dazu wurde in der Gemeindezeitung ein Beitrag veröffentlicht, um Begriffe rund um LGBT (Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender) und die Bedeutung der Flagge zu erklären. Für Vorbeikommende und Interessierte wurden Plakate und Flyer entworfen, ausgeteilt und im Ort plakatiert. Am 1. Juni wurde dann die Flagge vor dem BORG Straßwalchen gehisst, eine Sitzbank gebaut und in den Farben der Pride-Flagge bemalt.

Resümee der Jugendlichen: „Dass wir mit dem Projekt nicht die Welt verändern können, war uns von Beginn an bewusst. Aber wir haben in unserer Gemeinde die Möglichkeit bekommen, die Gesellschaft aufzuklären – für uns eine wertvolle Chance und Erfahrung!“

BORG Straßwalchen
Umweltheld statt Plastikwelt in der Gemeinde Mondsee
Lena Springl, Emilia Purer, Livia Brandmeier, Sandra Dörr
Ein Zeitungsbericht zum Thema „Upcycling“, wo scheinbar Nutzloses in Neuwertiges umgewandelt wird, bildete den Anstoß für das Projekt, das für die Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen in Mondsee entwickelt wurde. Die Relevanz des Umweltschutzes für unsere Zukunft und das nachhaltige Denken und Handeln standen dabei im Fokus. Die Ideen der Jugendlichen basierten auf dem Motto „learning by doing“. Nach einem theoretischen Teil, einem Workshop zum Thema Lebensmittelverschwendung und Verpackungsmüll, konnten sich die Schülerinnen und Schüler im zweiten Teil kreativ ausleben. Einen Monat lang wurde im Zuge des Werkunterrichts fleißig gebastelt und upgecyclt. Schlussendlich wurden die fertigen Werkstücke in Szene gesetzt, fotografiert online veröffentlicht und die kreativsten Projekte mit einem Preis belohnt.