Blühender Kühberg

Foto: Gerolf Schlager

Artenreiches Naturparadies in Neumarkt

Am Kühberg in Neumarkt entsteht ein besonderes Naturparadies. Engagierte Familien arbeiten seit 3 Jahren an der Verwirklichung ihrer Vorstellungen von Nachhaltigkeit und Artenreichtum. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Wir werfen einen kurzen Blick zurück: Eine kleine Gruppe engagierter Nachbarn am Kühberg in Neumarkt am Wallersee wollte vor nunmehr 3 Jahren eigentlich „nur“ einen 5000 m² großen Grünstreifen in ihrer Siedlung in eine Blumenwiese mit Bäumen und Sträuchern verwandeln, um die Artenvielfalt zu fördern. Daraus hat sich nun ein Projekt mit Langzeitdauer und Vorbildwirkung entwickelt.
„Am Beginn bekamen wir finanzielle Unterstützung durch die Stadtgemeinde Neumarkt und über das Projekt „Calendula“ der Gemeindeentwicklung im Salzburger Bildungswerk“, informiert Initiator Dipl. Ing. Dr. Gerolf Schlager. „Fachlich betreut wurden wir vom Blumenwiesenexperten Gärtnermeister Franz Hönegger.“ Immer noch ist die gleiche Gruppe Nachbarn, bestehend aus Kindern, Eltern und Großeltern, mit viel Eifer daran, ein Naturparadies zu erschaffen – mit wahrhaft wachsendem Erfolg. Die Entwicklung seit dem letzten Jahr war eine regelrechte Verwandlung. Aus einer Schwarzbrache (offene Erde) im Frühjahr 2020 hat sich eine junge, artenreiche Blumenwiese entwickelt.

Schröpfschnitte & Sensenkurs
Das letzte Jahr war geprägt von sogenannten Schröpfschnitten, mit denen schnellwachsende Pflanzen zurückgedrängt wurden, was wiederum den langsamen Blumen und Kräutern Zeit und Licht gab, sich zu entwickeln.
Prächtig entwickelt haben sich auch die kleinen Apfelbäumchen. Hier haben die Engagierten am Kühberg auf alte und seltene Apfelsorten – zum Beispiel Pfirsichroter Sommerapfel, Salzburger Rosenstreifling und Roter Winterhimbeerapfel – gesetzt. Zusätzlich wurden auch zwei große Bäume, eine Linde und eine Eiche, in die Blumenwiese gepflanzt.
Bei einem Sensen- und Dengelkurs konnten 12 Interessierte den richtigen Umgang mit der Sense lernen und gleich vor Ort ausprobieren. Auch andere themenverwandte Kurse wurden gemeinschaftlich besucht, darunter Kurse für Obstbaumschnitt, den Bau von Nisthilfen und die Errichtung von Trockensteinmauern.

Räume für Bienen, Insekten, Vögel und Igel
Entlang des Spazierwegs durch die Blumenwiese lädt eine Naschhecke aus Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Ribisel und Wein zum Verweilen und Naschen ein. In der Benjeshecke, eine Hecke aus aufgeschlichtetem Altholz, können sich Vögel, Igel oder Insekten im dichten Gestrüpp verstecken und nisten.
Der Naturschutzbund hat darüber hinaus ein großes Insektenhotel gesponsert. Zahlreiche Erdbienenarten sind hier nun zu finden. Sie werden bei ihrer Arbeit mittlerweile interessiert von vorbeispazierenden Kindern und Erwachsenen beobachtet.

Auch für die Forschung interessant …
Das Projekt am Kühberg ist auch in den Fokus der Universität Salzburg und des Landes Salzburg geraten. Über das gesamte Jahr und eventuell darüber hinaus wird ein Insekten-Monitoring durchgeführt. Dabei wird untersucht, wie viele unterschiedliche Insekten sich in der neu angelegten Blumenwiese ansiedeln konnten. Zum Vergleich werden auch angrenzende, bewirtschaftete Grünflächen untersucht. Mit Nisthilfen für Erdbienen und Barberfallen werden die Insekten angelockt und nach einem gewissen Zeitraum ausgewertet.

Ein Blick nach vorne und zurück …
Die Rückmeldungen zum Projekt sind sehr positiv. Vermehrt sieht man Kinder in der Blumenwiese Blumen pflücken und spielen oder Spaziergänger, die stehen bleiben und sich die verschiedenen Biotope ansehen.
„Unsere Gruppe wächst immer mehr zusammen“, erzählt Gerolf Schlager. Umstandsbedingt waren soziale Zusammenkünfte zwar nicht möglich, aber ein gemeinsames Getränk nach den Arbeitseinsätzen war immer wieder eine willkommene Abwechslung. Auch im Ortszentrum von Neumarkt ist die Gruppe schon aktiv geworden und hat dort unter Anleitung zwei kleine Blühflächen angelegt. „An Plänen für zukünftige Erweiterungen mangelt es auch nicht, und wir sind schon gespannt auf die kommenden 3 Jahre“, meint Gerolf Schlager abschließend.

Weitere Infos: blumenwiese.home.blog

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at