Z’sammkemma im Stadtteil Parsch

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Jahresschwerpunkt gegen Einsamkeit

Wer genießt sie nicht, die Vorzüge der neuen Technologien, die große Bereiche unseres Lebens erleichtern? Im Schlepptau dieser Entwicklung hat sich – noch zu wenig beachtet – eine neue „Volkskrankheit“ entwickelt: die Einsamkeit.

Gesellschaftliche Veränderungen wie die demografische Entwicklung, Aushöhlung der familiären Strukturen, Überalterung, erhöhte Mobilität, wachsende Singlehaushalte, Trennungen, Arbeitslosigkeit, Anonymität u.v.m. verstärken diese Entwicklung. Einsamkeit ist längst nicht mehr nur ein individuelles Problem, sondern ein gesellschaftliches. Alarmierend ist, dass das Einsamkeitsgefühl bereits alle Altersgruppen betrifft, von den Jugendlichen (schon bei den 16- bis 24-Jährigen) bis zu den Senioren. Wir haben in Österreich zwar noch kein Einsamkeitsministerium installiert, wie in Großbritannien, trotzdem stehen uns viele Möglichkeiten offen, die „Krankheit“ zu heilen bzw. vorzubeugen. Ein wichtiger Schlüssel dazu liegt in den Familien, wo Grundvertrauen, wertschätzender Umgang miteinander und die Entwicklung guter Beziehungen gelernt werden.

Gegen Anonymität, für ein Miteinander
Der Stadtteilverein Parsch hat es sich seit seiner Gründung zur Aufgabe gemacht, der Anonymität im Stadtteil vorzubeugen, das Miteinander im Stadtteil zu fördern und auch Anlaufstelle für einsame Menschen zu sein.

Das Jahresthema „Z’sammkemma“ wurde von den Verantwortlichen deshalb gewählt, um die Problematik der zunehmenden Vereinsamung in den Vordergrund zu rücken und noch mehr Gelegenheiten zur Begegnung von Menschen verschiedener Generationen und Nationen zu schaffen.

So wird es nach überstandener COVID-19-Krise außer den schon bestehenden Angeboten wie Begegnungscafé, monatlicher Samstagtreff, monatlicher gemeinsamer Mittagstisch und diverse Interessensgruppen viele neue Angebote geben: Kunstführungen, Grenzenlos kochen, Zirkusprojekt mit Eltern und Kindern, Frühlingssingen des Parscher Stadtteilchors, Tanzgruppe, Bänkleprojekt (Treffen an wechselnden Parkbänken), Schmedererfest, Frühstückstreffen, …

Wir hoffen, dass die diversen Angebote mancher Parscherin und manchem Parscher den Schritt heraus aus der Einsamkeit und Isolation erleichtern und sie bald dazugehören zu unserer Gemeinschaft … wir heißen sie herzlich willkommen!

Parsch ist Generationenstadtteil
Im Jahr 2004 wurde der überparteiliche und überkonfessionelle Stadtteilverein Parsch gegründet. Ziel des Vereins ist es, die Anliegen, Wünsche und Anregungen der Parscherinnen und Parscher anzuhören, zu sammeln und möglichst einer Lösung zuzuführen sowie das Miteinander und Füreinander im Stadtteil zu fördern. Dies geschieht vor allem im Rahmen des „Generationendorfprojektes”, einem Programm der Gemeindeentwicklung Salzburg, dem sich der Verein 2006 angeschlossen hat. Anhand von vielen kleineren und größeren Projekten wird versucht, im Stadtteil Brücken zu bauen – zwischen Generationen, Gruppen, Institutionen und Menschen mit unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten.

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at