Soll ich, kann ich, muss ich pflegen?

Grafik: Albert Gruber

Angebote in Hof und Koppl

Ein Wegbegleiter zum Mutmachen: So nennt sich die neue Veranstaltungsreihe der Gemeindeentwicklung im Salzburger Bildungswerk, die in den Gemeinden Hof und Koppl angeboten wird.

Wie im Endbericht der „Plattform Pflege“ festgehalten wurde, sind Angehörige nach wie vor die größten Pflege- und Betreuungsdienstleistenden in Stadt und Land Salzburg. Bei der Pflege und Betreuung von hilfsbedürftigen Menschen aber stoßen pflegende Angehörige aufgrund mangelhaften Vorwissens im Pflegebereich und die meist plötzlich eintretende Pflegebedürftigkeit der Angehörigen nur allzu oft an ihre physischen und psychischen Grenzen. Sie fühlen sich schlichtweg überfordert und alleingelassen.

Die Coaching- und Vortragsreihe „Soll ich, kann ich, muss ich pflegen?“ will allen Teilnehmenden in einer gelösten Wohlfühlatmosphäre theoretisches und praktisches Basiswissen im Bereich Pflege und Betreuung vermitteln und sie für die alltäglichen Hürden und Probleme bestmöglich vorbereiten.

Vom Notfall bis zur Hygiene
Die Reihe startete mit Tipps und wertvollen Anweisungen für Notfallsituationen und Erste-Hilfe-Maßnahmen: Wenn ein Notfall eintritt, sind pflegende Angehörige meist die ersten Personen vor Ort. Mitunter hängt das Leben der Patientinnen und Patienten maßgeblich davon ab, ob die Angehörigen die Situation richtig einschätzen und wie sie reagieren. Wer seine „Schützlinge“ aufmerksam beobachtet und die richtige Schlussfolgerung daraus zieht, kann unter Umständen sogar helfen, Notfälle zu verhindern.

Ein Themenschwerpunkt war auch die Hygiene: Die meisten Krankheitserreger benötigen ein bestimmtes Wachstums-Milieu und haben einen typischen Übertragungsweg. Weiß man, welche Faktoren eine Besiedelung mit Krankheitserregern begünstigen, und weiß man auch, wie Erreger übertragen werden, kann man Infektionen durch gezielte Hygiene-Maßnahmen vermeiden.

Mit der Pflegebedürftigkeit kommt auch der Bedarf an unterstützenden Hilfsmitteln, um alters- und krankheitsbedingte Einschränkungen auszugleichen. Es gibt für jeden Bedarf das passende Hilfsmittel. Die Pflege und Betreuung von Angehörigen entzieht den Pflegenden oft viel Energie. Niemand kann auf Dauer anderen Menschen zur Verfügung stehen, ohne dabei nicht selbst auszubrennen. Um sich zu schützen und wieder in die Balance zu finden, müssen Pflegende gut mit sich umgehen und mit ihrer Energie haushalten. Jede bzw. jeder ist auf Eigenzeiten angewiesen, in denen kein anderer über sie bzw. ihn verfügt.

Abgeschlossen wird die Reihe mit „Einem halben Tag für mich“. Dabei laden die Gemeinden die pflegenden Angehörigen auf einen lustigen, abwechslungsreichen Nachmittag ein.

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at