Privatgärten als Naturparadies

Foto: Peter Löcker

Seeham ist „Calendula“-aktiv

Privatgärten in Naturparadiese verwandeln: Diesem Ziel hat man sich in Seeham im Rahmen des Projektes „Calendula – Natur verbindet“ verschrieben. Angeboten werden dazu Gartenbegehungen mit Experten sowie Workshops und Veranstaltungen zu speziellen Themen.

Zum Projektbeginn organisierte die Seehamer Bildungswerkleiterin Christine Winkler Gartenberatungen mit Gärtnermeister Franz Hönegger. Mit kreativen Ideen, Checklisten und nützlichen Bauanleitungen für naturnahe Gestaltung besuchte der Gartenexperte Privatgärten in Seeham und gab hilfreiche Hintergrundinfos und Tipps aus seinem Fundus für naturnahe Gestaltung. „Die individuelle Gartenberatung mit vielen Anstößen und Anregungen wurde von allen sehr positiv aufgenommen“, freut sich die Organisatorin Christine Winkler. „In weiterer Folge geht es jetzt an die Umsetzung. In unserer Gemeinde besteht großes Interesse an einem Workshop zum Bauen einer Trockensteinmauer. Dieser Workshop soll im Gemeinschaftsgarten der Gemeinde unter fachkundiger Anleitung umgesetzt werden“.

Calendula – Natur verbindet
Mit dem Projekt „Calendula – Natur verbindet“ sind vor allem Bürgerinnen und Bürger in den Gemeinden und Stadtteilen aufgerufen, aus ihren Gärten Naturparadiese zu machen. Interessierte erfahren, wie man den Boden vorbereitet, die Samen richtig ausbringt und den Garten später pflegt und hegt. Abschließend lädt eine gemeinsame „Gartenroas“ durch die Schaugärten zum Zusammenkommen, Austauschen und Nachmachen ein.

Herausforderung Klimawandel
Mit diesem Projekt werden einfache, intelligente Wege zur Anpassung der Gärten und Grünräume an den Klimawandel aufgezeigt. Allen voran steht viel Grün für mehr Verdunstung: Wasser im Garten zurückhalten, Kreisläufe schließen. Man erfährt Wissenswertes über unser Mikroklima und wie man es positiv beeinflussen kann. Das Paket bietet viele Anregungen rund um das vorausschauende Planen und ökologische Gestalten der Gärten und Grünräume in den Gemeinden.

Natürliche Lebensräume für Tiere sind ein Ziel
Die natürlichen Lebensräume für Wildpflanzen schrumpfen, das Insektensterben ist drastisch. „Wer daran etwas ändern will, legt am besten einen naturnahen Garten an“, ist Projektleiterin Dr. Anita Moser überzeugt. Ein naturnaher Garten ist aber nicht nur nachhaltig, sondern auch einzigartig und schön! Vorbild dafür ist die Natur. Was in der Natur stattfindet, darf auch im Garten seinen Platz haben, wie zum Beispiel das Verblühen und Samenbilden oder die Umwandlung von abgestorbenen Pflanzenteilen zu nährstoffreichem Kompost und Humus. Im naturnahen Garten finden sich Formen und Strukturen, wie sie die Natur kreiert: Der Rasen ist wild und vielfältig mit unterschiedlichen Blumen und Gräsern gewachsen. Wasserflächen kommen vor, sind unregelmäßig geformt und natürlich bepflanzt.
Natürlich gibt es einen Grund, den Garten „naturnah“ zu nennen, denn ganz lässt sich auf menschengeschaffene Gewerke in der Realität kaum verzichten. Dazu Anita Moser: „Aber man sollte die Alternativen bedenken: Eine benötigte Treppe wirkt eben natürlicher, wenn sie aus Holz oder grob gehauenen Steinen anstatt aus akkurat gebildeten Betonelementen besteht“. Genauso verhält es sich mit der Begrenzung des Grundstücks: Eine natürliche Hecke benötigt auch die menschliche Pflege, aber sie ist natürlicher und vielfach schöner als der Maschendrahtzaun.

Apropos Calendula
Vor drei Jahren wurde von der Gemeindeentwicklung im Salzburger Bildungswerk das Projekt „Calendula – Menschen begegnen, Natur erleben“ gestartet. Anfänglich waren vor allem die Gemeinden aufgerufen, öffentliche Wegbegrenzungen, Verkehrsinseln und Grünflächen im Gemeindegebiet mit einheimischen Pflanzen naturnah zu begrünen. Gemeinschaftsgärten, Therapiegärten, Schulgärten und zahlreiche Aktionen zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung wurden angeboten. Mit „Calendula – Natur verbindet“ sind nun in einem nächsten Schritt die Privatgärten gefordert.

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at