Kuchl blüht nachhaltig auf

Foto: Siller

Mit „Calendula“ Natur erleben

Seit 3 Jahren werden im Rahmen des Projektes „Calendula“ Initiativen in Gemeinden gefördert, die Begegnungen in und mit der Natur ermöglichen. Stellvertretend für viele interessante Aktivitäten werfen wir einen Blick nach Kuchl.

Die Erhaltung der hohen Lebensqualität in ländlichen Regionen stellt Gemeinden und Stadtteile vor große Herausforderungen. Die Gesellschaft verändert sich rasch und neue Lösungen sind gefragt. Das Projekt „Calendula“ der Gemeindeentwicklung im Salzburger Bildungswerk will (weiterhin) die Generationen vernetzen und den Austausch von Menschen mit völlig unterschiedlichen Lebenszusammenhängen fördern. Deshalb werden unterschiedlichste Projekte unterstützt – dazu zählen beispielsweise Gemeinschaftsgärten, Baumpatenschaften, Gärten für Menschen mit Demenz, essbare Dörfer und Städte und Projekte für die Neophyten (neue Pflanzen).

Blühflächen, Kräutergarten & Naschecke
Bei der Suche nach konkreten Umsetzungen wird man in der Tennengauer Gemeinde Kuchl fündig. Hier haben sich engagierte Frauen und Männer im Rahmen von Calendula um naturnahe Blühflächen gekümmert, beim Haus der Senioren einen Gemüse- und Kräutergarten und im Callisthenics-Park einen Biodiversitätsstreifen mit Naschecke angelegt.

Theorie und Praxis verbinden
Am Beginn der Aktivitäten stand als theoretischer Input ein Vortrag unter dem Titel „Kuchl blüht auf – Wie man mit naturnahen Blühflächen zum Erhalt der Biodiversität beitragen kann“. Dabei erläuterte der Biologe Dr. Johann Neumayer die biologischen Grundlagen der Wildbienen- und Insektenvielfält, der Landschaftsgärtner Mag. Robert Siller erklärte, wie man Blütenvielfalt in der Praxis schafft. Auf diesen Vortrag folgte dann ein Praxis-Workshop zum Anlegen einer Wildblumenwiese nach der Burri-Methode. Hier setzten die Verantwortlichen vor allem auf die Multiplikatorwirkung durch die teilnehmenden Interessenten.

Gemüse, Beeren, Kräuter und Blumen für Senioren
Ein wichtiges Projektziel war die Errichtung eines naturnah und barrierefrei gestalteten Gemüse-, Beeren-, Kräuter- und Blumengartens beim Haus der Senioren. Neben 3 Hochbeeten wurden eine Streuobstwiese, ein Blühstreifen mit Bauerngartenstauden, ein Steppenwildpflanzenbeet, eine Beerenecke und ein vielfältiges Kräuterbeet angelegt – und das alles, ähnlich einem Demenzgarten, als kleiner Rundweg gestaltet.

Dem Nachhaltigkeitsanspruch wurden die Verantwortlichen unter anderem durch die Verwendung von Wildpflanzen und Bauerngartenstauden aus heimischer Produktion und von unbehandeltem heimischem Holz gerecht. Zudem wurden die Hochbeete von einem Kuchler Sägewerk hergestellt.

Ein Garten mit Beeren zum Naschen: Das möchte wohl jeder! Die Verantwortlichen in Kuchl haben die Vergrößerung des Skaterparks und die damit verbundene Verlegung des Callisthenics-Parks dafür genutzt, einen 15 m² großen Streifen mit heimischen Wildgehölzen, Wildblumen und mit Beerensträuchern naturnah zu gestalten. Dieser bunte Saum bietet nun nicht nur Pollen und Nektar für Wildbienen & Co, sondern lädt auch die sportinteressierten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zum Naschen ein!

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at