Jung trifft Alt

Foto: Gemeindeentwicklung

11. Staffel gestartet

Das Projekt „J.A! – Jung trifft Alt“ geht in die 11. Runde. Mit dabei sind 22 Schülerinnen und Schüler aus dem Pongau, aus der Stadt Salzburg und Umgebung. Sie besuchen – wenn es Covid-19 wieder zulässt – ehrenamtlich einmal pro Woche ältere Menschen in Senioreneinrichtungen.

2010 startete die Gemeindeentwicklung im Salzburger Bildungswerk gemeinsam mit youngCaritas das Projekt „J.A! – Jung trifft Alt“. Das Ziel: Das Verständnis zwischen den Generationen zu fördern und die beiden Lebenswelten einander näher zu bringen. „Für viele junge Menschen ist der Umgang mit Senioren inzwischen ein Umgang mit einer fremden Generation“, ist Projektleiterin Dr. Anita Moser überzeugt.
Umso erfreulicher: Das Interesse am Projekt und an dieser etwas anderen Form der Freizeitgestaltung ist nach wie vor da, heuer aufgrund von Covid-19 natürlich mit einer reduzierten Teilnahmezahl. „Deshalb mussten wir auch den Start für die Besuche in den Senioreneinrichtungen verschieben“, informiert Anita Moser. „Wir hoffen, dass wir nach den Semesterferien die Möglichkeit haben, diese Form des Austausches zu nutzen.“

Wichtig: Professionelle Vorbereitung und Begleitung
Besonderes Augenmerk wird traditionell auf die optimale Vorbereitung gelegt. Im Rahmen mehrtägiger Schulungen mit Fachleuten aus der Praxis erfahren die Jugendlichen beispielsweise mehr über das Alter aus medizinischer Sicht, was es heißt, mit körperlichen Beeinträchtigungen zu leben, und sie erhalten praktische Tipps im Umgang mit Demenz, mit Tod und Trauer. Ebenfalls ganz wichtig: Ein wesentlicher Teil der Ausbildung wird der Kreativität und der Lebensfreude sowie der Vermittlung von Wertschätzung gewidmet. Coaching sowie Supervisionen während des Projektes schließen sich an. „Die gute Ausbildung und die konstante Begleitung sind die Voraussetzung dafür, dass die Jugendlichen auch bei auftretenden Problemen motiviert bleiben“, ist Anita Moser überzeugt.

Motive für Beteiligung sind unterschiedlich
Die etwas andere Freizeitgestaltung wird von den jungen Menschen frei gewählt. Ihre Motive, sich am Projekt zu beteiligen, sind unterschiedlich: „Einige Jugendliche gewinnen wir über die emotionale Ebene, andere, weil sie sich Vorteile für ihren Lebenslauf wie zum Beispiel den Erwerb von sozialen und kommunikativen Kompetenzen versprechen“, informiert Anita Moser, „die persönliche Verantwortung entsteht dann während der Besuchsdienste, unabhängig von der ursprünglichen Motivation“. Am Ende des Schuljahres bekommen die Schülerinnen und Schüler dann den begehrten Sozialzeitausweis, wo diese Kompetenzen sichtbar gemacht werden.

Sebastian Scharfetter: „Es geht ums Menschenbild.“
Ein langjähriger Referent im Rahmen des Projektes ist Mag. Sebastian Scharfetter. Seine thematischen Schwerpunkte sind Vor- und Nachteile vom Leben im Heim, diverse Wohnformen im Alter, Einblicke in den Heimalltag und der Umgang mit Tod und Sterben im Heim.
„Bei diesen Schwerpunkten geht es nicht nur um Sachinformationen, sondern auch um persönliche Erfahrungen – soweit dies in 4 Stunden möglich ist. In meinem Alter könnte ich schon ein direkter Betroffener sein, der von diesem Idealismus der Jugend profitiert. Ich bewundere die jungen Leute, die damit nicht nur ein Pflichtpraktikum absolvieren, sondern sich voll reinhängen. Schon in meiner Arbeit als Lehrer an der Krankenpflegeschule spürte ich, dass eine spirituelle Basis für den Pflegeeinsatz überlebenswichtig ist. Pflege sollte nicht nur ein Blutbild lesen können, es geht auch ums Menschenbild. Hoffentlich begegne ich im Heim einmal nicht nur mehr Robotern, sondern auch Menschen – vielleicht auch Jugendlichen wie jene aus Salzburg oder St. Johann.“