Ein Spaziergang mit Mehr-Wert

Foto: Martha Korntner

Austausch & Gemeinschaft fördern

Der Stadtteilverein in Parsch ist auch in der schwierigen Covid-19-Zeit nicht untätig. Aktivitäten im Freien können ebenfalls den Austausch untereinander fördern, wie der jüngste Stadtteilspaziergang beweist.

Der Geschichte auf der Spur …
Stadtteilspaziergänge für an der Geschichte der Stadt Interessierte werden vom Stadtteilverein Parsch regelmäßig angeboten. Vor kurzem war eine Gruppe in und um die Villa Ferch-Eggelet und in der Steingasse unterwegs. Durchaus auch für Nicht-Salzburger ein lohnenswerter Spaziergang, wie nachfolgende Zeilen beweisen:

Die Villa Ferch-Eggelet hat eine jahrhundertelange Geschichte. 1596 erstmalig erwähnt, ist dieses Bauwerk seit dem 17. Jahrhundert eng mit Lederverarbeitung verknüpft und ein beeindruckendes herrschaftliches Bauwerk – in einem von alten Bäumen gesäumten Park gelegen. In den 1930er Jahren führte hier Marianne Eggelet ihren „Tearoom“. Heute wird das Haus mit 2 prunkvollen, mit Holz vertäfelten Räumen und seinem Gewölbe samt großem Garten für Empfänge, Bankette und Konzerte genützt.

In der Steingasse unterwegs
„Vom Engelwirtsbrunnen, der im Frühling von blühenden Magnolien flankiert wird, war ich besonders beeindruckt“, erzählt eine der Teilnehmenden. Dieser stand früher beim gleichnamigen Gasthaus, am Standort des heutigen „Das Kino“.
Hier beginnt die Steingasse, eine der ältesten Salzburger Straßen, die schon zur Zeit des römischen Juvavum nach Süden führte. Weiter stadteinwärts, vor der Paracelsus Buchhandlung, finden sich unter den Kanaldeckeln noch original Teile der römischen Straße, ein kleines Stück weiter die Eingänge zu den Schutzstollen aus dem 2. Weltkrieg.

Die einzige Straße am rechten Salzachufer war gesäumt von Handwerkshäusern der Gerber und Färber. Das alte Mauthaus, die Andreas Hofer Weinstube, das Haffnerhaus mit schönen Kachelverzierungen, das Weinkamerhaus der Lebzelter und Wachszieher (bis 1986 wurden hier unter anderem kunstvolle Objekte aus Wachs erzeugt), das Haus Nr. 24, ursprünglich im Besitz von Weißgerbern und später Kammmachern. … dann aber kam ein Gewerbe ins Haus, das man das älteste oder auch horizontale nennt, das Maison de Plaisir.

Das innere Steintor aus dem 15. Jahrhundert hatte seinerzeit als Eintrittspforte in die Stadt durch seine Kontrollfunktion (der Torwächter wohnte auf der Innenseite) große Bedeutung. Der Eingang konnte durch eine Zugbrücke geschlossen werden. Das hinderte die Bauern aber nicht, 1525 im Zuge der Bauernkriege durch dieses Tor in die Stadt einzuziehen. Schließlich kommt man zur Imbergstiege, die zur kleinen Imbergkirche, einem sehenswerten barocken Kleinod, das im Auftrag von Prälat Dr. Johannes Neuhardt liebevoll restauriert wurde, hinaufführt.

„Am Ende unseres Spazierganges stellt man fest, dass die alte Steingasse heute mit ihren historischen Häusern einem aufgeschlagenen Märchenbuch gleicht“, meint eine begeisterte Teilnehmerin abschließend. Hier wird eine längst vergangene Zeit lebendig, eine Zeit, die ihre Besucher immer noch verzaubert.

Weitere Infos unter salzburg-parsch.at

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at