Mitmischen und Aufmischen im Dorf

Foto: Gemeindeentwicklung Salzburg

Am Stundenplan: Hauptstadt Wien

Mitmischen und Aufmischen im Dorf: 100 Jugendliche nehmen in diesem Schuljahr am Projekt teil. Vor kurzem standen die bundespolitischen Institutionen in Wien auf dem Stundenplan.

Bei Jugendlichen das Interesse an Politik und demokratischer Willensbildung fördern und die Lust am Mitgestalten in der eigenen Gemeinde wecken: Das ist das Ziel der Initiative, die die Gemeindeentwicklung im Salzburger Bildungswerk mit akzente Salzburg ins Leben gerufen hat. Ein Modul beschäftigt sich mit den bundespolitischen Institutionen – deshalb machten sich die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler des BG St. Johann, der HTL Hallein und des BORG Straßwalchen vor kurzem auf nach Wien, um vor Ort zwei Tage lang „Politik hautnah“ zu erleben.

„Politik hautnah“ in Wien erleben
Den thematischen Einstieg bildete eine Stadtrallye, wo die Jugendlichen die wichtigsten Gebäude im 1. Bezirk kennenlernen konnten. Danach folgten eine Führung im Ausweichquartier des Parlaments und eine Diskussion mit 2 Nationalratsabgeordneten. Der Einblick in die konkrete Arbeit des Nationalrates war auf zwei Ebenen möglich: Eine Gruppe nahm am Generationenparlament teil, die andere Gruppe an der Nationalratssitzung. Abgerundet wurde die Exkursion mit einer Führung im Bundeskanzleramt. Den Schülerinnen und Schülern aus St. Johann und Hallein ist zufälliger Weise Bundeskanzler Sebastian Kurz über den Weg gelaufen – er hat sich spontan Zeit für die Fragen der Jugendlichen genommen. „Politik hautnah‘“ eben.

Mitmischen und Aufmischen im Dorf
Die Exkursion nach Wien war neben dem Besuch im Salzburger Landtag und dem Besuch im Gemeindeamt der Schulgemeinde ein Modul des Projektes „Mitmischen und Aufmischen im Dorf“. Weitere Module sind Workshops zu den Themen Demokratieverständnis und Meinungsbildung.
Bei „Mitmischen und Aufmischen im Dorf“ erhalten Jugendliche Hintergrundwissen über unser demokratisches System. Ziel ist es, den rund 100 Jugendlichen den demokratischen Willensprozess näherzubringen.
Mitmischen bedeutet mehr Angebote für Jugendliche, mehr Mitsprache und Mitbestimmung, mehr Beteiligung in der Gemeinde und im Stadtteil. „Es ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, das Interesse für politische Prozesse und demokratische Willensbildung so früh wie möglich zu fördern“, ist Projektleiterin Dr. Anita Moser von der Gemeindeentwicklung im Salzburger Bildungswerk überzeugt. „Junge Menschen, die sich für Politik interessieren und sich gut informiert fühlen, nehmen verstärkt am demokratischen Prozess teil.“

Beteiligungsprozesse im kommunalen Umfeld erleben
Mit viel Hintergrundwissen im Gepäck steht in den kommenden Wochen der praktische Bezug zur Thematik im Vordergrund. Bis zum Sommer sind die Jugendlichen gefordert, ein eigenes Projekt in ihren jeweiligen Heimatgemeinden zu entwickeln. Dabei stehen Kommunalpolitik und der Kontakt zwischen Gemeindeverantwortlichen und Jugendlichen im Vordergrund. „Mitmischen muss erlaubt und gewünscht sein!“, so Moser. „Die Jugendlichen für ihre Gemeinde und für ihr kommunales Umfeld zu begeistern, kann nur funktionieren, wenn wir ihnen mit ernst gemeinten Beteiligungsprozessen die notwendige Wertschätzung entgegenbringen.“

Die Projektideen werden von den jeweiligen Gemeinden fachlich begleitet und unterstützt. Am 2. Juli sollen alle Projekte im OVAL vor einer Jury präsentiert werden, und die besten Ideen jeder Klasse werden mit einer Fahrt nach Brüssel ausgezeichnet.

Jugendliche für ihre Gemeinde begeistern
Studien zeigen, dass neben „harten“ Faktoren wie Mobilität, Wohnraum, Ausbildungs- und Arbeitsplatzangeboten auch sogenannte „weiche“ Faktoren eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, in einer Gemeinde oder Region zu bleiben, abzuwandern oder auch nur zu pendeln. Konkret geht es dabei darum, ob Jugendlichen das Gefühl vermittelt wird, dass sich die Gemeinde für sie interessiert, ihnen Angebote und Möglichkeiten zur Verfügung stellt, sie einbindet und an politischen Entscheidungen beteiligt – oder eben nicht.

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at