Am Kühberg blüht es bald

Foto: privat

Mit „Calendula“ Natur erleben

Seit 3 Jahren werden im Rahmen des Projektes „Calendula“ Initiativen in Gemeinden gefördert, die Begegnungen in und mit der Natur ermöglichen. Stellvertretend für viele interessante Aktivitäten werfen wir einen Blick nach Neumarkt am Wallersee.

Die Erhaltung der hohen Lebensqualität in ländlichen Regionen stellt Gemeinden und Stadtteile vor große Herausforderungen. Die Gesellschaft verändert sich rasch und neue Lösungen sind gefragt. Das Projekt „Calendula“ der Gemeindeentwicklung im Salzburger Bildungswerk will (weiterhin) die Generationen vernetzen und den Austausch von Menschen mit völlig unterschiedlichen Lebenszusammenhängen fördern. Deshalb werden unterschiedlichste Projekte unterstützt – dazu zählen beispielsweise Gemeinschaftsgärten, Baumpatenschaften, Gärten für Menschen mit Demenz, essbare Dörfer und Städte und die Neophyten (neue Pflanzen).

Bunt und artenreich: Die Wiese am Kühberg
Bei der Suche nach konkreten Umsetzungen wird man am Kühberg in Neumarkt am Wallersee fündig. Hier hat sich eine kleine Gruppe engagierter Nachbarn zum Ziel gesetzt, den 5000 m² großen Grünstreifen in ihrer Siedlung in eine artenreiche Blumenwiese mit Sträuchern und Bäumen zu verwandeln. Unterschiedliche Teilbereiche sollen Lebensraum für möglichst viele verschiedene Pflanzen und Tiere bieten.
Diese Zielsetzung vereint(e) Kinder, Eltern und Großeltern bereits im Jahr 2018, wo mit der Planung und Organisation gestartet wurde. Erfreulich: Die Stadtgemeinde Neumarkt konnte als Unterstützerin gewonnen werden, die Gemeindeentwicklung Salzburg sagte finanzielle Unterstützung zu, und mit Gärtnermeister Franz Hönegger steht ein Experte als Projektbegleiter zur Verfügung.

„Im Frühjahr 2019 starteten wir mit den konkreten Arbeiten“, informiert Dipl. Ing. Dr. Gerolf Schlager, einer der engagierten Bewohner der Siedlung am Kühberg. Um eine qualitativ hochwertige, artenreiche Wiese wachsen zu lassen und den Blumen und Kräutern gute Startbedingungen zu verschaffen, wurde der Großteil des Bodens als sogenannte Schwarzbrache gehalten. Die Erde blieb offen und aufkommende, nicht erwünschte Pflanzen (z.B. Ampfer, Quecke) wurden wiederholt entfernt. Nur so haben später auch langsamer wachsende Blumen die Chance, sich dauerhaft anzusiedeln, weil sie nicht sofort von schnellwachsenden Pflanzen überwuchert werden.
„An ausgewählten Teilbereichen wurde eine Saatgutübertragung von einer besonders wertvollen Neumarkter Bauernwiese durchgeführt“, erzählt Gerolf Schlager weiter, „dafür wurde zu unterschiedlichen (Blüh-)Zeitpunkten im Sommer die Mahd dieser Wiese auf den vorbereiteten Flächen aufgelegt“. Auf den restlichen Flächen wurden im Herbst Samen gesät – je nach Lage mit unterschiedlichen Saatgutmischungen.

Geduld ist gefragt!
Für eine richtige Blumenwiese ist Geduld gefragt. Viele der Blumen brauchen 2 Jahre bis zur ersten Blüte, es wird also einige Jahre dauern bis sich die Blumenwiese so richtig etablieren kann. Dazu Gerolf Schlager: „Schnelle Ergebnisse sind bei diesem Projekt nicht so wichtig wie nachhaltige Ergebnisse mit hoher Qualität.“
Neben den Blühflächen wird es auch ein Trockenbiotop, eine Wildsträucher- und eine Naschhecke geben, und Bäume mit alten Obstsorten werden ebenfalls eingesetzt.

Das kleine Team hat bis dato schon fast 800 Arbeitsstunden geleistet. Und ganz nebenbei kommt auch die Gemeinschaft nicht zu kurz, werden doch die gemeinsamen Arbeiten auch zum Plaudern, gemütlichen Beisammensitzen und Feiern genutzt.

Eine eigene Homepage begleitet das Projekt und dokumentiert den Fortschritt: blumenwiese.home.blog

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at