Ächtleng in 24 Variationen

Foto: MMS St. Michael

Neues Kochbuch aus St. Michael

„Ächtleng“ sagen die Lungauer zu ihren Kartoffeln. 24 Jugendliche der vierten Klassen der Musikmittelschule St. Michael haben dieses Naturprodukt genauer unter die Lupe genommen … das sichtbare Ergebnis ist nun ein neues Kochbuch.

Der Ächtleng fand Ende des 18. Jahrhunderts seinen Weg in den Lungau und ist seither untrennbar mit der Region verbunden. Ein reines Salzburger Naturprodukt, das es nur in begrenzter Menge gibt.
Die wunderbare Knolle stand in den vierten Klassen mit dem Schwerpunkt „Naturwissenschaften“ nicht nur im Mittelpunkt des Unterrichts, das Interesse wurde im Speziellen bei einer Exkursion zum Anthoferbauer in Oberweißburg verstärkt. Dort wurden über 30 verschiedene Sorten dieser Knolle bestaunt. Erdäpfel spielen auch bei der Produktion von Nahrungsergänzungsmitteln eine große Rolle – das und mehr haben die Schülerinnen und Schüler beim Besuch der Firma Nutropia in Unternberg erfahren. Ein Workshop zum Thema „Lebensmittel im Abfall“ und gemeinsames Kochen mit Robert Wimmer standen ebenfalls auf dem „Ächtleng-Stundenplan“.

Eltern und Großeltern waren gefragt
Daraufhin wurde der Bezug zum Generationendorf-Projekt hergestellt, denn „plötzlich“ waren Ächtlengrezepte von Eltern und Großeltern gefragt und gebraucht … gemeinsam wurde generationenübergreifend gekocht, probiert und gesammelt.
Ergänzt mit Illustrationen der Schülerinnen und Schüler ist daraus – dank der grafischen Unterstützung durch die Gemeindeentwicklung – ein wertvolles, buntes Kochbuch entstanden. Von Ächtlengkas, Ächtleng-Auflauf, Bauernomelette, Ächtleng-Nidala mit Salbeibutter bis zu Holler-Ächtleng-Tascherl und Mohnnudeln reicht die Palette: 24 Rezepte laden zum Nachkochen und kulinarischen Genießen ein!
Darüber freuen sich nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die betreuenden Lehrpersonen Katja Moser und Bettina Sagmeister.

St. Michael ist Generationendorf
Der demografische Wandel ist überall sichtbar: Die Bevölkerung wird älter, die Geburtenzahlen sinken. Die höhere Lebenserwartung können gesunde Menschen in vielerlei Hinsicht nutzen, Alter kann freilich auch zur Last werden, wenn schwere, chronische Krankheiten auftreten. Hier setzen die Projekte „Generationendorf“ und „Altern in guter Gesellschaft“ der Gemeindeentwicklung im Salzburger Bildungswerk an. Im Generationendorf St. Michael beschäftigt man sich schon jahrelang mit dieser Thematik. Vortragsangebote zu seniorenrelevanten Fragen sind eine von mehreren Aktivitäten, die die Anliegen der älteren Bevölkerung und den Austausch mit den Jüngeren im Blick haben.

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at