Soziale Gemeindeentwicklung lohnt sich!

Foto: Gemeindeentwicklung Salzburg

Erfahrungen der Gemeinde Lamprechtshausen

Soziale Projekte sind in den vergangenen Jahren zunehmend in das Blickfeld der Gemeindeentwicklung gerückt: Nicht mehr die Gestaltung und Sanierung sowie der Straßenbau stehen im Vordergrund, sondern die Lebensqualität im Ort. Und die wird stärker von den sozialen Beziehungen und Einrichtungen als durch kosmetische Verschönerung geprägt.

Die Gemeinde als Lebensraum hat sich in den letzten 50 Jahren stark gewandelt. Das traditionelle Bild des Dorfes von einer homogenen Gemeinschaft, geprägt durch Familie und Landwirtschaft, entspricht nicht mehr der Realität. Der ländliche Generationenvertrag, verkörpert durch die bäuerliche Großfamilie, löst sich auf. An dieser Stelle setzen dann Projekte wie das „Generationendorf“, „Altern in guter Gesellschaft“, „Jung trifft Alt“ und viele andere der Gemeindeentwicklung Salzburg an.
Durch solche Projekte wird die durch den ländlichen Strukturwandel verloren gegangene Identifikation und Verwurzelung mit der Gemeinde wieder aufgebaut. Den problematischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte gegenzusteuern, ist die Aufgabe sozialer Projekte. Die Entwicklungen lassen sich nicht einfach wieder zurückdrehen, da sie die Folge wirtschaftlicher Veränderungen sind. Deshalb muss es das Ziel sein, auf der Basis der gegenwärtigen Situation Projekte zu initiieren, die das künftige Zusammenleben in den Gemeinden positiv beeinflussen.

Gründung von sozialen Hilfsdiensten und Installierung von Sozialbeauftragten
Die Veränderungen im Gesundheitswesen rücken die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen in den Vordergrund. Es geht dabei um die Gewährleistung eines optimalen Zuganges zu Gesundheitsdienstleistungen und Präventionsmaßnahmen für die gesamte Bevölkerung. Das bedeutet, dass nicht nur Menschen im unmittelbaren Zentralraum ausreichend versorgt werden, sondern dass auch jene Menschen Zugang zur optimalen Gesundheitsversorgung erhalten, die nicht im städtischen Umfeld leben, sondern in ländlichen, infrastrukturschwächeren Regionen beheimatet sind.

Oftmals ist dafür die Gründung eines Vereins oder einer sonstigen Einrichtung notwendig, der bzw. die in den Gemeinden Hilfeleistungen im sozialen Bereich wahrnimmt, die neben der professionellen Sozialarbeit bzw. von den professionellen Sozialdiensten nicht geleistet werden können. Auch die Installierung einer bzw. eines Sozialbeauftragten als erste Anlaufstelle für soziale Fragen in der Gemeinde hat sich gelohnt, wie zahlreiche Gemeinden im Flachgau beweisen.

Erfahrungsbericht aus Lamprechtshausen
Auch Lamprechtshausen wird älter: Dessen waren sich die verantwortlichen Gemeindevertreterinnen bzw. -vertreter in Lamprechtshausen bereits im Jahr 2011 bewusst – sie haben begonnen, gemeinsam mit der Gemeindeentwicklung Salzburg Lösungsvorschläge zu erarbeiten.
Wurde vorrangig der Istzustand der Gemeinde erhoben und Verbesserungspotential aufgezeigt, begann man gleichzeitig mit der Bildung von ersten Arbeitsgruppen und das Umsetzen konkreter Maßnahmen. Bald schon hat sich herausgestellt, dass es eine zentrale Ansprechperson vor Ort brauchen wird. Das Berufsbild der „Sozialbeauftragten“ war geboren.

Sozialbeauftragte sind erste Anlaufstellen
Je nachdem, wie die Gemeinden aufgestellt sind, so vielfältig und unterschiedlich sind auch die Aufgabenbereiche der Sozialbeauftragten. Wir sind aber in jedem Fall die ersten Anlaufstellen in sozialen Fragen. Wir bemühen uns um die Schaffung einer „Wohlfühlatmosphäre“ innerhalb der Gemeinde ebenso wie um die schnelle und unbürokratische Hilfe in Notlagen. Stets ein offenes Ohr haben und zuhören können: Das ist mitunter das Wichtigste. Sozialbeauftragte sind gute „Netzwerker“, oftmals reicht es, den Klienten die richtigen Ansprechpartner zu nennen.
In vielen Gemeinden, so auch in Lamprechtshausen, organisieren und koordinieren Sozialbeauftragte Angebote wie Essen auf Rädern oder Krankenbetten/Hilfsmittelverleih. Für einen reibungslosen Ablauf der angebotenen Dienste braucht es wiederum ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie einen Verein als Trägerorganisation.

Neben der Organisations- und Koordinationsarbeit liegen die Tätigkeitsfelder der Sozialbeauftragten auch in der Führung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und in der engen Zusammenarbeit mit den Funktionären des Trägervereines. In der Gemeinde Lamprechtshausen wurde in den letzten Jahren eine Seniorenbegegnung eingerichtet. An zwei Nachmittagen der Woche treffen sich Seniorinnen und Senioren zu diversen Vorträgen und Veranstaltungen. Die Organisation der Veranstaltungen obliegt in enger Absprache mit Funktionären des Vereines und der Gemeindeentwicklung Salzburg ebenso der Sozialbeauftragten.
Weitere wichtige Agenden der Sozialbeauftragten sind die Weiterentwicklung von Projekten im Bereich der sozialen Wohlfahrt sowie die enge Zusammenarbeit mit den politischen Verantwortungsträgern und nahestehenden Institutionen.

Für die Gemeinden stellt die Installation einer zentralen Ansprechperson vor allem eine Bereicherung dar. Zugleich bedeutet dies eine erhebliche Kostenersparnis für Gemeinden: Menschen dürfen zu Hause „alt“ werden und müssen nicht entwurzelt werden. Der Abwanderung und Vereinsamung wird entgegengewirkt.

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at

Burgi Gwechenberger
Sozialbeauftragte in der Gemeinde Lamprechtshausen
Tel: 06274-6202-41
E-Mail: burgi.gwechenberger@lamprechtshausen.at