Jugendliche mischen kräftig mit!

Diskussion mit Jugendlichen aus dem PongauFoto: Bundesministerium für Jugend

Politik hautnah für Pongauer Jugendliche

Mitmischen und Aufmischen im Ort: So nennt sich ein neues Projekt der Gemeindeentwicklung Salzburg. Das Ziel: Bei Jugendlichen das Interesse an Politik und demokratischer Willensbildung fördern. Projektarbeit inklusive.

Was macht die Bundesjugendvertretung? Welche Aufgaben hat eine Ministerin? Wo tagt das Parlament und welche Themen stehen auf der Tagesordnung? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um die Bundespolitik erhielten die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse des BG St. Johann kürzlich aus erster Hand. Eine zweitägige Exkursion mit intensivem Programm führte die Jugendlichen nach Wien. Dort erkundeten sie vorerst in Form einer Stadtrallye die wichtigsten Gebäude im 1. Bezirk. Am Abend trafen sie mit der Bundesjugendvertretung zusammen und erhielten Informationen über deren Aufgaben und Tätigkeiten. Vor allem das Jugendschutzgesetz mit Themengebieten wie Rauchen weckte dabei das Interesse der Jugendlichen.
Am zweiten Tag diskutierten die jungen Pongauerinnen und Pongauer rege beim Termin mit Bundesministerin Dr. Juliane Bogner-Strauß über politische Bildung und Wählen mit 16. „Wir haben viel zu wenig Hintergrundwissen“ – so der Grundtenor vieler Jugendlicher. Sie sehen beispielsweise ihre Möglichkeit zu wählen als Überforderung. Ihr Vorschlag an die Ministerin: mehr Politische Bildung in den Schulen sowie ein höheres Wahlalter.
Mit einer Führung durch das Parlament und einem Einblick in eine Sondersitzung wurde die Exkursion abgerundet.

Projekt „Mitmischen und Aufmischen im Ort“
Die Exkursion nach Wien war neben dem Besuch im Salzburger Landtag ein Modul des neuen Projektes „Mitmischen und Aufmischen im Ort“ der Gemeindeentwicklung Salzburg, das gemeinsam mit Akzente Salzburg durchgeführt wird.
Der Startschuss für das Projekt fiel im vergangenen Herbst. Bei „Mitmischen und Aufmischen im Ort“ erhalten Jugendliche Hintergrundwissen über unser demokratisches System. Weiters werden Methoden der Bürgerbeteiligung bzw. Grundwissen zur Projektentwicklung vermittelt. Ziel ist es, den rund 30 Jugendlichen den demokratischen Willensprozess näherzubringen.
Mitmischen bedeutet mehr Angebote für Jugendliche, mehr Mitsprache und Mitbestimmung, mehr Beteiligung in der Gemeinde und im Stadtteil. „Es ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, das Interesse für politische Prozesse und demokratische Willensbildung so früh wie möglich zu fördern“, ist Projektleiterin Dr. Anita Moser von der Gemeindeentwicklung Salzburg überzeugt. „Junge Menschen, die sich für Politik interessieren und sich gut informiert fühlen, nehmen verstärkt am demokratischen Prozess teil.“

Beteiligungsprozesse im kommunalen Umfeld erleben
Mit viel Hintergrundwissen im Gepäck steht in den kommenden Monaten der praktische Bezug zur Thematik im Vordergrund. Bis zum Sommer sind die Jugendlichen gefordert, ein eigenes Projekt in ihrer jeweiligen Heimatgemeinde zu entwickeln. Dabei stehen Kommunalpolitik und der Kontakt zwischen Gemeindeverantwortlichen und Jugendlichen im Vordergrund. „Mitmischen muss erlaubt und gewünscht sein!“, so Moser. „Die Jugendlichen für ihre Gemeinde und für ihr kommunales Umfeld zu begeistern, kann nur funktionieren, wenn wir ihnen mit ernst gemeinten Beteiligungsprozessen die notwendige Wertschätzung entgegenbringen.“

Die Projektideen werden von Mentoren aus der Gemeinde fachlich begleitet und unterstützt. Und die besten Ideen werden prämiert.
Übrigens: Die Projekte können auch als vorwissenschaftliche Arbeiten genutzt werden. Und beim Salzburger Förderpreis für VWE können sie im Bereich für demokratiepolitische Bildung und Landeskunde ebenfalls eingereicht werden.

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at