Jugend mischt den Pongau auf

Foto: Gemeindeentwicklung Salzburg

Jury kürt die besten 3 Projekte

„Mitmischen und Aufmischen im Dorf“: Dieses von der Gemeindeentwicklung Salzburg entwickelte Projekt wurde im heurigen Schuljahr gestartet und gemeinsam mit akzente Salzburg im Bundesgymnasium St. Johann erstmalig durchgeführt. Dabei geht es um mehr Mitsprache und Mitbestimmung für Jugendliche im kommunalen Umfeld. Und genau das haben 28 Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse nun ein Jahr lang getan. „Wir wollten mit diesem Projekt die Politik jünger, verständlicher und lebensnaher machen“, nennt Projektleiterin Dr. Anita Moser einen Beweggrund für die Entwicklung.

Nachdem die Jugendlichen in einer ersten Phase mit Hintergrundwissen versorgt wurden, dann auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene sowohl mit Politikerinnen und Politikern in Kontakt kamen und für unsere Demokratie bedeutende Einrichtungen und Institutionen (zum Beispiel Salzburger Landtag, Parlament) hautnah kennenlernten, galt es in der letzten Phase, ein Projekt für die bzw. mit der Heimatgemeinde auszuarbeiten und durchzuführen.
Dazu Landesrätin Andrea Klambauer: „Jugendliche können in diesem Projekt die demokratischen Prozesse direkt erleben und mitgestalten. Sie erfahren, wie Politik von der Gemeindeebene bis zur EU funktioniert und wie sie selber Projekte in Gang bringen können. Es freut mich, wenn sie erleben, dass sie selber wirksam werden und unsere Gesellschaft mitgestalten können.“

Die Sieger fahren nach Brüssel
Ende Juni war es soweit: Die 28 jungen Pongauerinnen und Pongauer haben ihre interessanten, unkonventionellen und mutigen Ideen – 8 an der Zahl – einer fachkundigen Jury und interessiertem Publikum präsentiert. Allesamt engagierte Projekte, gewonnen haben letztlich jene aus Dorfgastein, Bischofshofen und Goldegg. Die Preise für die Sieger sind attraktiv: Sie fahren im Herbst für einige Tage nach Brüssel, um vor Ort einen Eindruck von der europäischen Politik-Bühne zu erhalten.

Junge Ideen für Dorfgastein, Bischofshofen und Goldegg
In Dorfgastein haben Laura Lederer, Lisa Baldauf und Lisa-Christine Buchsteiner mit den Seniorenvereinen, den Volksschulkindern und der Gemeinde gleich drei Projekte initiiert und sich damit den ersten Platz geholt: eine Kräuterwanderung, einen Medientag und einen Tag auf der Amoseralm unter dem Motto „Wir erzeugen unser Essen selbst“. Zwei Projekte haben Clemens Kreuzberger, Amelie Dekker, Ikranur Ilayd Konak und Jana Mungitsch in Bischofshofen verwirklicht: „Jung trifft Alt“ mit der Volksschule bzw. der Nachmittagsbetreuung und dem Seniorenheim sowie die Gestaltung der Dachterrasse des Seniorenwohnhauses. Dritte wurden Elias Schnöll, Tim Bubendorfer, Kristina Kreuzer und Elisa Obermoser, die in Goldegg mit der Krabbelgruppe und der Ortsbäuerin zusammengearbeitet und das Projekt „Die Tierwelt kindgerecht vermitteln“ entwickelt haben.

Im Rahmen ihrer Präsentationen haben die Jugendlichen auch über ihre Erfahrungen in den Gemeinden erzählt. Durften sich manche über sehr kooperative Bürgermeister freuen, so war es für andere mitunter schwer, überhaupt in Kontakt mit den Ortschefs zu treten. Einige wurden sehr unterstützt, andere mehr oder weniger sich selbst überlassen. Auch das ist (tägliche) Realität …

Mehrwehrt für die Politik
„Junge Menschen in den politischen Betrieb zu integrieren, ist ein ungemeiner Mehrwehrt für die Politik selbst“, ist Günther Mitterer, der Bürgermeister von St. Johann im Pongau und Gemeindebundpräsident von Salzburg, überzeugt.
Junge Menschen, die sich für Politik interessieren und sich gut informiert fühlen, nehmen auch verstärkt am demokratischen Prozess teil. Dazu ein Zahlenbeispiel: Die jüngste Wahlbeteiligung lag bei den Erstwählenden mit 63 Prozent deutlich unter der allgemeinen Quote. Allerdings haben jene Jugendlichen, die sich als politisch interessiert einstufen, mit fast 90 Prozent überdurchschnittlich oft von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

Mitmischen und Aufmischen im Dorf
geht im kommenden Schuljahr in die 2. Runde. 100 Jugendliche aus dem BG St. Johann, der HTL Hallein und dem BORG Straßwalchen machen mit.

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at