Jugendliche für kommunale Themen begeistern

Foto: Gemeindeentwicklung Salzburg

„Mitmischen und Aufmischen im Dorf“ wird fortgesetzt

Nach dem erfolgreichen Start im BG St. Johann wird das Projekt „Mitmischen und Aufmischen im Dorf“ in vier weiteren Klassen fortgesetzt. Vor kurzem wurden mit den Workshops im BG St. Johann, im BORG Straßwalchen und an der HTL Hallein gestartet. Fast 100 Jugendliche beteiligen sich. 

„Mitmischen und Aufmischen im Dorf“ nennt sich die Initiative, die die Gemeindeentwicklung Salzburg gemeinsam mit akzente Salzburg ins Leben gerufen hat. Das Ziel: Jugendlichen den demokratischen Willensprozess näherbringen.
Die Jugendlichen für ihre Gemeinde und für ihr kommunales Umfeld zu begeistern, ist eine sehr wichtige Aufgabe. Das kann nur funktionieren, wenn wir ihnen mit ernst gemeinten Beteiligungsprozessen die notwendige Wertschätzung entgegenbringen. Gerade die Städte und Gemeinden sind es, wo politische Entscheidungen direkten Einfluss auf unser tägliches Leben haben. Wenn wir also Jugendliche für Politik interessieren möchten, gelingt dies am ehesten über den direkten Bezug in der Heimatgemeinde. Lassen wir deshalb junge Menschen in der Kommunalpolitik „mitmischen und aufmischen“, um damit Politik jünger, verständlicher und lebensnaher zu machen!

Positives Echo vonseiten der Politik
„Ich möchte, dass Jugendliche nicht nur hautnah erleben können, wie demokratische Prozesse ablaufen, sondern auch, dass sie sich in Gemeinden und Stadtteilen aktiv beteiligen“, sagt die zuständige Landesrätin Andrea Klambauer.
„Junge Menschen in den politischen Betrieb zu integrieren, ist ein bedeutender Mehrwehrt für die Politik selbst“, ist Günther Mitterer, der Bürgermeister von St. Johann im Pongau und Gemeindebundpräsident von Salzburg, überzeugt. Er hat sich bereit erklärt, sich am Projekt zu beteiligen.

Theorie und Praxis
Mitmischen bedeutet mehr Angebote für Jugendliche, mehr Mitsprache und Mitbestimmung, mehr Beteiligung in der Gemeinde und im Stadtteil. Jugendliche erhalten Hintergrundwissen über unser demokratisches System. Weiters werden Methoden der Bürgerbeteiligung bzw. Grundwissen zur Projektentwicklung vermittelt. Die Schülerinnen und Schüler lernen die politischen Ebenen hautnah kennen und treten dabei in Diskurs mit politischen Entscheidungsträgern und Interessensvertretungen von Gemeinde, Land und Bund.
Einen praktischen Bezug zur Thematik erfahren die Jugendlichen, indem sie Projekte in der jeweiligen Heimatgemeinde entwickeln – dieses Mal gibt es für alle den Auftrag, sich näher mit dem Thema Umwelt zu beschäftigen.
Am 2. Juli 2020 werden die Projekte im OVAL präsentiert, und die besten werden wieder mit einer Reise nach Brüssel prämiert.
Bei diesem Projekt stehen Kommunalpolitik und vor allem der Kontakt zwischen Gemeindeverantwortlichen und Jugendlichen im Vordergrund. Dazu Projektleiterin Dr. Anita Moser: „Mitmischen muss erlaubt und gewünscht sein!“ Unterstützt und begleitet werden die Schülerinnen und Schüler von Mentoren aus der Gemeinde.

Wichtiges Projekt für demokratische Willensbildung
Junge Menschen, die sich für Politik interessieren und sich gut informiert fühlen, nehmen verstärkt am demokratischen Prozess teil. Dass es dabei Handlungsbedarf gibt, kann man anhand der Wahlbeteiligung der letzten Wahlen feststellen. Diese lag bei den Erstwählenden mit 63 Prozent deutlich unter der allgemeinen Wahlbeteiligung. Allerdings haben jene Jugendlichen, die sich selbst als politisch interessiert einstufen oder der Meinung sind, dass sie über hohes politisches Wissen verfügen, mit 87 Prozent bzw. 85 Prozent überdurchschnittlich oft von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Daher ist es eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, das Interesse für politische Prozesse und demokratische Willensbildung so früh wie möglich zu fördern.

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at