Gegen Vereinsamung und ihre Folgen

Foto: Gemeinde Weißbach

Arbeitsgruppe in Weißbach zeigt nachhaltiges Engagement

Weißbach aktiv: Seit mittlerweile 6 Jahren hat in der Pinzgauer Gemeinde im Rahmen der Gemeindeentwicklung eine engagierte Arbeitsgruppe die sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung – von Jung bis Alt – im Fokus.

Weißbach ist ein Idealfall für kleine Gemeinden. Während es in England ein „Ministery für Lonliness“ gibt und nun auch in Deutschland Einsamkeit und Glück Regierungssache wird, kümmert sich in der Pinzgauer Gemeinde eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Bgm. Josef Michael Hohenwarter und Bildungswerkleiterin Christine Haitzmann in idealer Weise um eine der größten Herausforderungen moderner Gesellschaften: die Vereinsamung und deren Folgen.
Bis zu 15 Bürgerinnen (zufällig ausnahmslos zugezogene Frauen jeden Alters) besprechen seit 2013 mehrmals jährlich alle möglichen sozialen Belange und Bedarfe für unterschiedliche Zielgruppen in der für alle offenen Arbeitsgruppe der Sozialen Gemeindeentwicklung. Letztendlich entwickeln sie regelmäßig neue Angebote für Seniorinnen und Senioren, Jugendliche, Kleinkinder, Zugezogene …, und diese werden mit hohem dauerhaftem Engagement von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe auch selber durchgeführt!

Dazu Alexander Glas, er betreut Weißbach im Rahmen der Gemeindeentwicklung: „Es ist für mich jedes Mal schön zu spüren, wie dabei nicht die Lust am Tratschen oder die eigene Profilierung im Vordergrund stehen, sondern die empathische Sorge um das Wohlergehen der Mitbürgerinnen und Mitbürger, ohne Bevormundung – kurz: Gemeinnützigkeit und Gemeinwohl auf direktem unbürokratischen Weg. Die Gemeinde unterstützt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Und die Gemeindeentwicklung Salzburg kann durch einen kleinen Beitrag mittels Landesfördermittel das Engagement vor Ort fördern.“

Aktivitäten der Arbeitsgruppe
Wir werfen einen interessierten Blick auf die aktuellen und bisherigen Projekte:
Seniorennachmittage mit Abholservice (freiwillig, ohne Bezahlung) und Seniorengedächtnistraining „Selbst bestimmt und kreativ“ werden regelmäßig angeboten und sehr gut angenommen. Das Angebot Seniorenturnen soll im nächsten Winter mit Schneeschuhwandern oder Langlaufen erweitert werden.
Eine Spielgruppe für Kinder von 0-3 Jahren und Kinderturnen von 3-6 Jahren werden ebenfalls angeboten. Im Winter wird regelmäßig ein Eislaufplatz hergerichtet und geräumt, Eislaufschuhe können ausgeliehen werden.
Zweimal jährlich sollen auch zukünftig JugendWorkshops von Akzente Salzburg stattfinden. Beim nächsten Jugendbeteiligungsabend wird besprochen, wie die Ideen (Parcours-Park, Taxi-Projekt …) umgesetzt werden können. Für eine Spiel-Almhütte im Dorf sollen mit den Jugendlichen noch kleine Bänke und eventuell eine Spielküche als Einrichtung gezimmert werden. Die Jugendlichen sollen auch einen Gemeindeplatz gestalten – dafür gibt es im Sommer, wie jedes Jahr, zahlreiche Aktiv-Angebote (Klettersteig, Rafting, Canyoning, Volleyball, Zelten, Grillen und Stationen am Fußballplatz). Auch für die Kinder von Weißbach wird jedes Jahr ein Ferienprogramm geboten. Dabei hilft die neue Gemeinde-InformationsApp.
Und der in die Jahre gekommene Gemeindespielplatz bedarf einer Renovierung und Neugestaltung – hier sind die Ideen der Kinder und Eltern gefragt, damit nicht an den Bedürfnissen „vorbeigestaltet“ wird.
Wer macht Hausaufgabenhilfe bei der Flüchtlingsfamilie? Auch diese Frage wurde von der Arbeitsgruppe gelöst.

„Essen auf Rädern“ und „Kindersachen-Tauschbörse“ wurden nicht gut angenommen. Davon lässt sich aber niemand entmutigen. Die Ursachen werden diskutiert, das Angebot wird abgeändert, zeitweise stillgelegt oder Neues versucht.
Und die Frage, wie sich mehr Bürgerinnen und Bürger (vor allem Junge, junge Familien und Zugezogene) mehr am Gemeindeleben beteiligen können, wird die Arbeitsgruppe immer begleiten.

Kontakt:
Alexander Glas MSc
Tel: 0662-872691-13
E-Mail: alexander.glas@sbw.salzburg.at

Foto: Gemeindeentwicklung Salzburg