Begegnung zwischen Jung & Alt

Foto: youngCaritas

„J.A! Jung trifft Alt“ geht ins 10. Jahr

„Ich bin selbstbewusster geworden, komme schneller mit Leuten ins Gespräch und es hat mir geholfen, selber mehr aus mir herauszugehen“, resümiert Projektteilnehmer Jonathan Scholtze aus der 6. Klasse des BG St. Johann. Er ist einer von 33 Jugendlichen, der ein ganzes Schuljahr im Rahmen des Projektes „J.A! – Jung trifft Alt“ einmal pro Woche in seiner Freizeit ältere Menschen in einer Senioreneinrichtung besucht hat.

Bereits seit 9 Jahren ist das Projekt „J.A! – Jung trifft Alt“ bei Jugendlichen und der älteren Generation sehr beliebt. Heuer nahmen an diesem Kooperationsprojekt von Gemeindeentwicklung Salzburg und „youngCaritas“ Salzburg 33 Schülerinnen und Schüler des BG und BRG St. Johann, des BG Zaunergasse und der Caritas Schule teil. Nach einer dreitägigen Einschulung besuchten die Jugendlichen „ihre Senioren“ einmal pro Woche. Rund 950 Stunden haben die Jugendlichen im Vorjahr geleistet. Insgesamt 20 Einrichtungen öffneten ihre Türen für die jungen Menschen, die regelmäßig zu Besuch kamen, um Karten zu spielen, Ausflüge zu machen und natürlich um miteinander ins Gespräch zu kommen.
Zum Schulschluss erhielten die Jugendlichen im Rahmen der Abschlussveranstaltung im „OVAL – Die Bühne im EUROPARK“ Sozialzeit-Zertifikate verliehen. Für die Fortsetzung mit der zehnten Staffel des Projektes im neuen Schuljahr gibt es bereits zahlreiche Anmeldungen.

Dazu Landesrätin Andrea Klambauer: „Bildung ist mehr als Lernen und Bücher. Es geht darum, seine Individualität zu entfalten und soziales Engagement zu leben. Genau dafür ist dieses Projekt toll. ‚Jung trifft Alt‘ ist ein Geschenk an die Menschen, es fördert das gegenseitige Verständnis und Lernen auf beiden Seiten.“

Intensive Beziehung nach anfänglicher Skepsis
„Ich weiß nicht, ob sich diese Frau für mich interessiert“, hörte Projektteilnehmerin Nisa Uludag von ihrer Dame beim ersten Besuch im Seniorenwohnheim in Schwarzach. Anders als erwartet hat sich bereits in kurzer Zeit eine sehr intensive Beziehung entwickelt.
Nisa Uludag dazu: „Zuerst war Frau G. ein wenig misstrauisch, doch beim ersten Treffen haben wir schon über den 2. Weltkrieg und über Probleme, die sie hatte, gesprochen. Wir sprachen sehr gerne miteinander – oft über den 2. Weltkrieg. Oder Frau G. erzählte von ihren Eltern. Einmal hat sie mir sogar die Briefe gezeigt, die sich ihre Eltern geschrieben haben. Wir haben aber auch gemeinsam Wäsche zusammengelegt und sie hat sich nach meiner Familie erkundigt. Außerdem waren wir im Dachboden auf der Terrasse – dort haben wir es uns gemütlich gemacht und gequatscht.“

Voneinander für das Leben lernen
Älter werden ist eine Erfahrung, die uns allen gemeinsam ist. „Der Dialog mit anderen Generationen bietet die Möglichkeit, sich selbst und das Leben besser kennenzulernen“, betont Projektleiterin Dr. Anita Moser von der Gemeindeentwicklung Salzburg.
„Durch persönliche Begegnung ohne feste Vorgaben entsteht ein gleichwertiger Austausch von Erfahrungen. Man lernt praktische Dinge des Alltags voneinander, gleichzeitig werden Klischees und Vorurteile abgebaut. Junge und alte Leidenschaften ergänzen und beruhigen einander.“

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at