In der Gemeinde mit- und aufmischen

Mitmischen und Aufmischen im DorfFoto: Gemeindeentwicklung Salzburg

Jugendliche für kommunale Themen begeistern

Mitmischen und Aufmischen im Dorf nennt sich eine neue Initiative, die die Gemeindeentwicklung Salzburg gemeinsam mit Akzente Salzburg ins Leben gerufen und im Herbst gestartet hat.
Das Ziel: Jugendlichen den demokratischen Willensprozess näherbringen.

Die Jugendlichen für ihre Gemeinde und für ihr kommunales Umfeld zu begeistern, ist eine sehr wichtige Aufgabe. Das kann nur funktionieren, wenn wir ihnen mit ernst gemeinten Beteiligungsprozessen die notwendige Wertschätzung entgegenbringen. Gerade die Städte und Gemeinden sind es, in denen politische Entscheidungen direkten Einfluss auf unser tägliches Leben haben. Wenn wir also Jugendliche für Politik interessieren möchten, gelingt dies am ehesten über den direkten Bezug in der Heimatgemeinde. Lassen wir deshalb junge Menschen in der Kommunalpolitik „Mitmischen und Aufmischen“, um damit Politik jünger, verständlicher und lebensnaher zu machen!
Diesem Anspruch möchte die Gemeindeentwicklung Salzburg mit dem gemeinsam mit akzente Salzburg entwickelten Projekt „Mitmischen und Aufmischen im Dorf“ gerecht werden. Im Herbst erfolgte der Startschuss in der Stadtgemeinde St. Johann im Pongau. Eine erste Exkursion führte die rund 30 Jugendlichen kürzlich in den Salzburger Landtag.

Positives Echo vonseiten der Politik
„Ich möchte, dass Jugendliche nicht nur hautnah erleben können, wie demokratische Prozesse ablaufen, sondern auch, dass sie sich in Gemeinden und Stadtteilen aktiv beteiligen“, sagt die zuständige Landesrätin Andrea Klambauer.
„Junge Menschen in den politischen Betrieb zu integrieren, ist ein unheimlicher Mehrwehrt für die Politik selbst“, ist Günther Mitterer, der Bürgermeister von St. Johann im Pongau und Gemeindebundpräsident von Salzburg, überzeugt. Er hat sich spontan bereit erklärt, sich am Projekt zu beteiligen bzw. persönlich eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern aus St. Johann bei der Projektentwicklung als Mentor zu begleiten.

Theorie und Praxis
Mitmischen bedeutet mehr Angebote für Jugendliche, mehr Mitsprache und Mitbestimmung, mehr Beteiligung in der Gemeinde und im Stadtteil. Jugendliche erhalten Hintergrundwissen über unser demokratisches System. Weiters werden Methoden der Bürgerbeteiligung bzw. Grundwissen zur Projektentwicklung vermittelt. Einen praktischen Bezug zur Thematik erfahren die Jugendlichen, indem von ihnen Projekte in der jeweiligen Heimatgemeinde entwickelt werden. Dabei stehen Kommunalpolitik und vor allem der Kontakt zwischen Gemeindeverantwortlichen und Jugendlichen im Vordergrund. Dazu Projektleiterin Dr. Anita Moser: „Mitmischen muss erlaubt und gewünscht sein!“
Die Projektideen werden von Mentoren aus der Gemeinde fachlich begleitet und unterstützt. Und die besten Ideen werden prämiert.

Übrigens: Die Projekte können auch als vorwissenschaftliche Arbeiten genutzt werden. Und beim Salzburger Förderpreis für VWE können sie im Bereich für demokratiepolitische Bildung und Landeskunde ebenfalls eingereicht werden.

Wichtiges Projekt für demokratische Willensbildung
Junge Menschen, die sich für Politik interessieren und sich gut informiert fühlen, nehmen verstärkt am demokratischen Prozess teil. Dass es dabei Handlungsbedarf gibt, kann man anhand der Wahlbeteiligung der letzten Wahlen feststellen. Diese lag bei den Erstwählenden mit 63 Prozent deutlich unter der allgemeinen Wahlbeteiligung. Allerdings haben jene Jugendliche, die sich selbst als politisch interessiert einstufen oder der Meinung sind, dass sie über hohes politisches Wissen verfügen, mit 87 Prozent bzw. 85 Prozent überdurchschnittlich oft von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Daher ist es eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, das Interesse für politische Prozesse und demokratische Willensbildung so früh wie möglich zu fördern.

Kontakt:
Dr. Anita Moser
Tel: 0662-872691-18
E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at