Gemeinde des Monats

Foto: Franz Hönegger

Henndorf am Wallersee

Henndorf am Wallersee blüht auf: Unter dieser Devise wurden in der Gemeinde heuer öffentliche Blühflächen für Bienen, Schmetterlinge und Co. errichtet.

Wenn wir ein bisschen mehr in der Natur einfach stehen lassen, dann schaffen wir ordentliche Lebensräume für viele Arten. Und das ist nicht schlampert!: Dieser Grundgedanke stand im heurigen Frühjahr in der Gemeinde Henndorf am Beginn des Projektes „Blühflächen im öffentlichen Raum“.

Für Bienen, Schmetterlinge und andere nektar- und pollensuchende Insekten sind Blühflächen eine wichtige Lebensgrundlage. Davon konnten sich die interessierten Besucherinnen und Besucher bei der Vorstellung der neuen Blühflächen überzeugen. Bei den Führungen von Kräuterpädagogin Anita Himmer und Elfriede Dietl vom Obst- und Gartenbauverein gab es bereits „erste Bewohner“ – Sandbienen, Feldgrillen und Grabwespen – zu sehen. Wohl fühlen sich ebenfalls die Schmetterlinge Schwalbenschwanz und Taubenschwänzchen, die zu fleißigen Besuchern der Blühflächen geworden sind.
Im speziell angefertigten Insektenhotel aus Naturmaterialien mit Zapfen, Strohhalmen und Holzscheiben mit Bohrlöchern können es sich künftig Nützlinge heimelig machen. Für sie bietet das Insektenhotel einen geeigneten Lebensraum zum Nisten, Brüten, als Rückzugsort oder zum Überwintern.

Wirtshausabend: Kabarett statt trockener Monolog
Dem Thema „Blühflächen“ war in Henndorf auch ein spezieller, „ernst-heiterer“ Wirtshausabend gewidmet. Überständiges Gras ist nicht schön. Braucht man das wirklich? Komme ich da nicht ins Gerede, wenn ich was stehen lasse? Bringt mein kleiner Garten was für die Insekten? Diese und andere Fragen wurden von den beiden Umweltschützern Wolfgang Suske und Georg Derbuch kabarettistisch beantwortet. „Ein bisschen was von der Natur im eigenen Garten stehen lassen ist ein sehr emotionales Thema, das die Leute bewegt“, zeigte sich Wolfgang Suske überzeugt. Gleichzeitig sei es erwiesen, dass „wir Räume für Vielfalt und Biodiversität brauchen, um das fortschreitende Insektensterben zu verhindern“. Geschichten, Bilder, Live-Interviews sollten helfen, die Brisanz dieses Themas zu verdeutlichen.

Weitere Aktivitäten sind geplant
Mit den blühenden Ideen ist in Henndorf noch lange nicht Schluss, auch im Herbst wurden weitere Pflanzen gesetzt oder gesät. „Wir hoffen, dass alles gut anwächst, damit die Honig- und Wildbienen, Schmetterlinge und anderen nektar- und pollensuchenden Insekten im nächsten Frühling ein reichhaltiges Angebot vorfinden,“ erzählt Bildungswerkleiterin Renate Eherer.
Im kleinen Kreis wurde im Herbst weitergewerkt und geplant, damit zum Beispiel Schule und Kindergarten ebenfalls die Blühflächen nützen können.

Ein Projekt von und für Henndorf
Das Projekt „Blühflächen im öffentlichen Raum“ wurde im Frühjahr 2018 von der Gemeinde Henndorf in Zusammenarbeit mit der Gemeindeentwicklung Salzburg, dem Salzburger Bildungswerk Henndorf, der Gesunden Gemeinde, Henndorfer Imker, Obst- und Gartenbauverein, Landjugend, Kräuterpädagogin Anita Himmer und dem Team vom Bauhof ins Leben gerufen. Gärtnermeister Franz Hönegger übernahm die Projektumsetzung. „Findlinge“ und Steine zur Gestaltung wurden von der Käserei Woerle zur Verfügung gestellt. Die Holzstämme für die Informationstafeln stammen ebenfalls aus Henndorf und wurden von den Familien Eder (Hiesenbauer) und Mamoser (Moosbauer) gesponsert.