FoodCoops unterstützen regionale Lebensmittel

Heranreifender RoggenFoto: cirquedesprit – Fotolia.com

Ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung

Bei FoodCoops schließen sich Personen zusammen, die selbstorganisiert regionale Lebensmittel direkt von den Herstellern beziehen wollen. In St. Koloman wurde im Rahmen eines Agenda 21 Prozesses 2018 die Idee einer FoodCoop von einer engagierten Projektgruppe aufgegriffen und auf den Weg in Richtung Umsetzung gebracht. In der Folge unterstützt die Gemeindeentwicklung Salzburg die weiteren Schritte 2019.

Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten möchten ihre Versorgung mit gesunden und regionalen Lebensmitteln wieder selbst in die Hand nehmen. Sie legen Wert darauf, die Menschen hinter den Produkten und ihre Arbeitsweise kennenzulernen – vielleicht auch selbst mit Hand anzulegen – und schließen sich deshalb zu FoodCoops zusammen. Dabei ist jede FoodCoop so verschieden wie ihre Mitglieder. Mehrere haben sich als kleinere Vereine organisiert, andere bestehen informell, wieder andere funktionieren über eine spezielle FoodCoop-Bestellsoftware.
In den letzten Jahren haben sich auch in Österreich viele neue FoodCoops-Initiativen gebildet.

Vorteile für Hersteller, Konsumenten und Gemeinden
Die Vorteile solcher Projekte sind vielfältig: Die Konsumentinnen und Konsumenten wissen, was sie kaufen und später essen. Es herrscht absolute Transparenz über die Produzierenden, deren Produktionsweisen und die angebotenen Produkte. Oft ist es möglich, am Hof vorbeizuschauen, sich auszutauschen und selbst mitzuarbeiten. Es besteht eine besondere Verbindung zwischen Produzierenden und Konsumierenden.
Die Anlieferung der Produkte erfolgt in der Regel sehr einfach: Zumeist an einer Übergabestelle werden die Produkte angeliefert und abgeholt, so können mehrere Hersteller verschiedenster Produkte dorthin liefern, und die Konsumenten holen sich alles gemeinsam ab. Der große Vorteil für die Produzierenden besteht im sicheren Absatzmarkt und einem guten Preis.

FoodCoops haben auch zum Ziel, lokale Versorgungsschienen zu sichern bzw. wiederaufzubauen. So können neue Kooperationen zwischen Konsumenten, Landwirten und dem lokalen Nahversorger angestoßen werden, beispielsweise durch Übernahmestellen beim lokalen Nahversorger. Die Ausgabestellen bilden oftmals auch einen neuen sozialen Treffpunkt in den Gemeinden, der Ausgangspunkt für weitere Aktionen sein kann.

Ernährung ist wichtiger Bereich der nachhaltigen Entwicklung
Das Thema Ernährung nimmt im Bereich der nachhaltigen Entwicklung einen wichtigen Stellenwert ein. Ein gutes Drittel des ökologischen Fußabdrucks eines jeden Menschen ist davon abhängig, wie man seine Ernährungsgewohnheiten gestaltet. Neben der Tatsache, dass im Kontext des Klimaschutzes eine fleischärmere Ernährung vorteilhaft ist, geht es vor allem auch um die Aspekte Regionalität und Saisonalität. Wählt man den selbstgepressten Apfelsaft vom Bauern aus dem Nachbarort oder greift man doch zum (oft billigeren) Orangensaft aus importiertem Fruchtsaftkonzentrat? Müssen es Tomaten und Erdbeeren aus spanischen Glashauskulturen sein, die unter hohem Ressourceneinsatz produziert und transportiert werden oder setzt man sich wieder vermehrt damit auseinander, zu welcher Jahreszeit welches Obst und Gemüse auch bei uns wächst und gedeiht?

Der Aufbau von FoodCoops wird von der Gemeindeentwicklung Salzburg im Rahmen des Schwerpunktes „Anders Wirtschaften“ begleitet und gefördert. Aufbauend auf die heuer im Rahmen eines Agenda 21-Bürgerbeteiligungsprozesses initiierte FoodCoop wird St. Koloman als erste Gemeinde von der Gemeindeentwicklung Salzburg dabei unterstützt, die FoodCoop langfristig zu etablieren.

Kontakt:
Alexander Glas MSc
Tel: 0662-872691-13
E-Mail: alexander.glas@sbw.salzburg.at