Reparieren statt wegwerfen im Repair Café

Eine Initiative gegen die Wegwerfgesellschaft

Wenn der Toaster streikt, das Radio rauscht oder das Handy wieder einmal aussetzt, dann heißt es meist: weg damit und neu kaufen. Kaum jemand kommt heute noch auf die Idee, diese Alltagsgeräte reparieren zu lassen. Kein Wunder: Die Geräte sind nicht allzu teuer, Reparaturen dagegen schon - wenn man überhaupt jemanden findet, der solche Reparaturen macht … im Repair Café wird man sicher fündig!

 

Egal, ob Elektrogerät, Fahrrad, Kleidung oder Möbelstück das berühmte „geschickte Händchen“ brauchen – im Repair Café wird reparaturbedürftigen Dingen neues Leben eingehaucht. So geschehen vor kurzem in der Gemeinde Grödig, am 7. und 14. Oktober 2017 finden in Obertrum bzw. Mauterndorf die nächsten Cafés der besonderen Art statt. Die Gemeindeentwicklung Salzburg leistet dabei organisatorische Unterstützung: Haftungsübernahme, Projektkoordination, Bereitstellung von Werbematerialien, Beratung und Vernetzung, Bereitstellung eines Startpakets mit allen notwendigen Formularen, Hinweisschildern und Infomaterialien.

 

Repair Café: Die Idee

Repair Cafés sind ehrenamtliche Treffen, bei denen die Teilnehmenden alleine oder gemeinsam mit anderen ihre kaputten Dinge reparieren. Das Werkzeug wird gestellt. Jeder kann kaputte Sachen mitbringen und sie mit Unterstützung anderer Besucher reparieren. Oder man setzt auf die handwerklichen Fähigkeiten derer, die sich ehrenamtlich engagieren. Repair Café-Experte ist jeder, der in Schuss bringen kann, über das sich andere alleine (noch) nicht drüber trauen: über den Achter im Fahrrad, den Riss in der Hose, das morsche Kabel der Lampe, das kaputte Scharnier der Holzbox, das Rattern im Laptop …

 

„Fast alle defekten Dinge, die gebracht werden, wurden falsch bedient, sind über die Jahre verschmutzt oder ein Teil ist gebrochen oder verlorengegangen“, erzählt Alexander Glas von der Gemeindeentwicklung Salzburg. Die Praxis habe gezeigt, dass viele Reparaturen durch richtige Wartung oder Bedienung vermieden werden können. Vor allem im Bereich der neuen digitalen Geräte wie Smartphone, Handy, Laptop oder Digitalkameras macht eine Schulung zu konkreten Fragen Sinn. Alexander Glas: „Aus diesem Grund empfehlen wir eine ErklärBAR, bei der vor allem auch freiwillige jugendliche Expertinnen und Experten zum Einsatz kommen“.

 

Neben Erfolgserlebnissen (70 bis 75 % der gebrachten Gebrauchsgegenstände können repariert werden) und unkomplizierten Begegnungen erwartet die BesucherInnen auch Kaffee, Kuchen und Gemütlichkeit.

Natürlich können nicht alle Reparaturen gelingen. „Wichtig ist vielmehr, dass die Teilnehmenden die Einstellung zu defekten Dingen ändern“, ist Alexander Glas überzeugt, „diese werden nicht weggeworfen, sondern erhalten eine zweite Chance“.

 

Weitere Termine und Infos erfahren Sie hier.

 

Kontakt: Alexander Glas MSc, Gemeindeentwicklung Salzburg, Tel: 0662-872691-13, E-Mail: alexander.glas@sbw.salzburg.at