Mag. Ursula Höller ist im Rahmen des Demenzprojektes „vergissDEINnicht“ aktiv. Foto: Höller

Pinzgauer Projekt „vergissDEINnicht“: Apotheken sind Kooperationspartner

 

 

Nach intensiver Vorarbeit wurde heuer im Frühjahr in der LEADER-Region Nationalpark Hohe Tauern das Senioren-Projekt „vergissDEINnicht“ gestartet. Im Fokus stehen dabei an Demenz erkrankte Seniorinnen und Senioren sowie deren Angehörige. Ihnen soll durch eine Vielzahl von Angeboten Unterstützung gewährt werden. Die Projektdauer beträgt drei Jahre.

 

Das Projekt „vergissDEINnicht“

Rund 1500 Menschen sind alleine im Pinzgau an Demenz erkrankt. Das Thema Demenz aufgreifen, neue Angebote schaffen, einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung rund um dieses noch immer tabubehaftete Thema leisten: So lassen sich die Zielsetzungen des Projektes „vergissDEINnicht“ zusammenfassen. Gleichzeitig möchten die Verantwortlichen einen Beitrag dazu leisten, dass durch verschiedene Maßnahmen das selbstständige Älterwerden in der Wohngemeinde länger ermöglicht werden kann. Dazu zählen beispielsweise Vorträge zu allgemeinen Gesundheitsthemen wie Bluthochdruck, Diabetes, Ernährung, Schulungen zu Medikamentengabe oder Dosierung, aber auch fachärztliche Begleitung von Menschen mit Demenz oder eine Analyse in den Gemeinden, wie man beispielsweise in öffentlichen Gebäuden besser auf Geh-, Seh-, Hörbehinderung … eingehen kann.

 

Zahlreiche Partner unterstützen die Arbeit in der Region

Dank der Unterstützung zahlreicher Projektpartner können in der LEADER-Region Nationalpark Hohe Tauern in den kommenden drei Jahren eine Fülle an Angeboten und Maßnahmen durchgeführt werden.

Um den Überblick nicht zu verlieren, planen die Verantwortlichen in der Region, alle Angebote in einem Folder zusammenzuführen. Dieser soll dann in Arztpraxen, Apotheken, den Pfarren, Gemeindeämtern usw. der Region aufgelegt werden und einen konkreten Beitrag zur Unterstützung im Alltag leisten.

 

Zu Risiken und Nebenwirkungen … fragen Sie Ihre Apotheker

Die Apothekerinnen und Apotheker in den Projektgemeinden sind wichtige Partner, wenn es darum geht, kompetent über Anwendung und Wirkung von Arzneimitteln zu informieren. Dies passiert derzeit im Rahmen von Vorträgen, der nächste findet am 18. Oktober 2017 in der Volksschule Maishofen statt. Beginn: 19 Uhr. Referentin ist Mag. Ursula Höller, Apothekerin in Maishofen.

 

Wir bringen im Folgenden einen Auszug aus den Informationen, die die Veranstaltungsteilnehmenden von Mag. Ursula Höller erhalten.

 

Arzneimittel können gasförmig (Inhalatoren), flüssig (Tropfen, Säfte,…) und auch fest (Tabletten, Kapseln, Dragees, Pulver, ...) sein. Man kann sie schlucken, auf die Haut auftragen, aufkleben, eintropfen, einatmen und auch einführen.

 

Für Sie als Patient ist es enorm wichtig, über die richtige Anwendung Ihrer Medikamente Bescheid zu wissen, denn nur dann kann ein Arzneimittel seine volle Wirksamkeit entfalten und die Nebenwirkungen können in absehbaren Grenzen gehalten werden. Es gibt KEIN Arzneimittel ohne Nebenwirkung.

Der Zeitpunkt der Einnahme – ob nüchtern, zum Essen, mit einem Glas Wasser, zerkaut, ... – ist entscheidend. Die Kombination mit anderen Arzneimitteln führt oft zu unerwünschten Wechselwirkungen. Dazu beraten wir Sie jederzeit gerne in der Apotheke.

 

Manchmal bekommen Sie Arzneimittel verordnet, die Sie teilen sollen. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Tabletten. Leider können nicht alle Tabletten geteilt werden – selbst dann nicht, wenn sie offensichtlich eine Bruchrille haben.

Die Gründe, warum eine Tablette nicht geteilt werden darf, sind vielfältig. Meistens ist der Wirkstoff, der in der Tablette enthalten ist, sehr lichtempfindlich und würde sich beim Teilen und Aufbewahren der nicht benötigten Hälfte verändern. Manchmal ist die Tablette mit einer Schutzhülle versehen, um die Passage durch den Magen ungelöst zu überstehen. Durch das Teilen löst sich die Tablette am falschen Ort und verändert ihre Wirksamkeit.

 

Viele Menschen empfinden es als Hilfe, wenn einmal pro Woche die Medikamente in sogenannte Dispenser (Dosierhilfen) eingeordnet werden. Dadurch kann man auf einen Blick erkennen, ob man seine Arzneimittel auch bereits eingenommen hat. Allerdings gibt es Medikamente, die erst unmittelbar vor dem Einnehmen aus ihrer Schutzhülle genommen werden sollen, sie dürfen auf gar keinen Fall vordosiert werden.

 

Viel zu wenig beachtet wird der Einfluss der Lebensmittel auf die Arzneimittel. Medikamente müssen über sehr komplizierte biochemische Wege im Körper so verwandelt werden, dass sie wirken können. Lebensmittel benützen im Körper dieselben biochemischen Wege. Das führt zu unerwünschten Reaktionen – oder wussten Sie, dass sich z.B. Grapefruitsaft mit den meisten blutdrucksenkenden Mitteln gar nicht verträgt?

 

Wir ApothekerInnen lernen an der Universität über die Vorgänge im Körper (Biochemie) und die Wirkungsweise der Arzneimittel genauestens Bescheid. Unser Wissen teilen wir sehr gerne mit Ihnen!

 

Weitere Infos

 

Kontakt: Dr. Anita Moser, Gemeindeentwicklung Salzburg, Tel: 0662-872691-18, E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at