Integrationsforen informieren über neue Entwicklungen

 

 

In St. Johann und Salzburg sind in diesem Herbst zwei regionale Integrationsforen über die Bühne gegangen. Mitorganisiert von der Gemeindeentwicklung Salzburg konnten sich dort freiwillig Helfende, Gemeindevertreterinnen und -vertreter sowie Experten und Interessierte zur Integrationspraxis austauschen und sich über die wichtigsten neuen Entwicklungen informieren.

 

Eröffnet wurde das Integrationsforum in St. Johann von Paul Michael Zulehner, Mitglied der Europäischen und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Lehrender an der Universität Wien. Der Philosoph, Theologe und Religionssoziologe betonte bei seinem Vortrag, dass Angst der gesellschaftlichen Integration im Wege stehe. Er plädierte für eine Politik des Vertrauens, die die Ursachen von Flucht vor Ort bekämpft und gleichzeitig auf umfassende Bildung setzt. Wichtig sind für Zulehner auch Begegnungen zwischen den einheimischen und geflüchteten Menschen: „Wenn die Menschen ein Gesicht bekommen und wir die Lebensgeschichten der neuen Nachbarn und Nachbarinnen kennen, schwindet auch unsere Angst.“

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In der Stadt Salzburg war der Rechtsphilosoph Christian Stadler von der Universität Wien als Referent geladen. Stadler hat den mittlerweile für alle Zugewanderten verpflichtenden achtstündigen „Werte- und Orientierungskurs“ entwickelt. Er erklärte, warum er diese umstrittene Maßnahme sinnvoll findet und informierte über die für die Entwicklung maßgebenden Überlegungen.

Weitere Infos zum Vortrag erhalten Sie hier.

 

Integrationslandesrätin Martina Berthold dankte im Rahmen des Integrationsforums allen Freiwilligen für ihren großartigen Einsatz und hob die große Bedeutung eines respektvollen Miteinanders in der Integrationsarbeit hervor: „Unser Zusammenleben braucht den Respekt aller. Daher fordern wir von den zu uns geflüchteten Menschen, dass unsere unverhandelbaren Grundhaltungen wie zum Beispiel die Gleichstellung der Geschlechter respektiert werden. Gleichzeitig braucht es auch unseren Respekt und Begegnungen auf Augenhöhe. Dann kann Integration gut gelingen.“

 

Integration ab Tag eins

Salzburg setzt auf Integration vom ersten Tag an. Daher startet die Integrationsarbeit ab dem Zeitpunkt der Unterbringung der Asylwerberinnen und -werber in den Quartieren der Grundversorgung. Der Salzburger Weg der Integration wurde in den vergangenen beiden Jahren mit zahlreichen neuen Maßnahmen ausgebaut: Verpflichtende Deutschkurse, ein umfassender Aktionsplan zur Arbeitsmarktintegration sowie Schul- oder Berufsausbildung für junge Flüchtlinge sind Beispiele dafür. Zur Koordination hat Landesrätin Martina Berthold landesweite und regionale Steuerungsgruppen für Asyl und Integration eingerichtet. Neben Maßnahmen im Bereich Prävention und Sicherheit stellt auch die Unterstützung von Freiwilligen einen Schwerpunkt dar.

 

Mehr als 150 Interessierte und Engagierte nahmen an den beiden Informationsforen teil und brachten sich so in den Salzburger Weg der Integration ein. Gleichzeitig informierten Expertinnen und Experten von Land, Österreichischem Integrationsfonds (ÖIF) und Arbeitsmarktservice (AMS) über die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen, so zum Beispiel zu den aktuellen Änderungen im Integrationsgesetz und über die neuen Bestimmungen zur Arbeitsmarktintegration.

 

Die Dokumentation der beiden Foren ist hier zu finden.

 

Kontakt: Alexander Glas MSc, Gemeindeentwicklung Salzburg, Tel: 0662-872691-13, E-Mail: alexander.glas@sbw.salzburg.at