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Gemeinden fördern „Vielfalt Leben“

 

 

Österreich hat sich mit der „Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+“ offiziell zum Ziel gesetzt, bis 2020 die Ursachen, die unsere Vielfalt an Arten und Lebensräumen gefährden, aktiv anzugehen. Die Initiative vielfaltleben des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) unterstützt diese Ziele mit einem breit angelegten Programm. Rund 200 Allianzpartner sind im Rahmen dieser Initiative mittlerweile österreichweit aktiv, darunter auch der Naturschutzbund Österreich und das Salzburger Bildungswerk.

 

Gemeindenetzwerk: Jeder kann etwas beitragen!

Die Projekte zum Schutz von gefährdeten Arten und Lebensräumen sind vielfältig. So sind beispielsweise bereits 140 Städte und Gemeinden dem vielfaltleben-Gemeinde-Netzwerk beigetreten. Dieses Netzwerk umfasst Gemeinden, die vorbildhafte Natur- und Umweltschutzaktivitäten auf ihrem Gemeindegebiet setzen und damit zeigen, dass ihnen Natur und Umwelt am Herzen liegen. Zahlreiche Partner sind ebenso eingebunden wie die Bevölkerung. „Jeder kann etwas beitragen!“ ist die Kernbotschaft der Initiative, die sich deshalb speziell an lokale Akteurinnen und Akteure richtet, die in ihrer Gemeinde oder Region etwas bewegen wollen. Gemeinden können nämlich bei der Gestaltung ihrer Straßenränder, Parks und öffentlichen Flächen, aber auch von Schulgebäuden oder Friedhöfen eine Vorbildfunktion übernehmen.

 

Aktivitäten in Mittersill

Die Stadtgemeinde Mittersill ist bereits im Rahmen des vielfaltleben-Gemeinde-Netzwerkes aktiv. So verzichtet die Gemeinde beispielsweise seit 2016 in ihrem Wirkungsbereich auf Glyphosat und bemüht sich um die naturnahe Gestaltung von Blühflächen mit regionalem Saatgut. Ein Empfehlungskatalog wurde erarbeitet, welcher den Betrieben in Gewerbegebieten die Bepflanzung mit heimischen Sträuchern und Hecken erleichtern soll. Weiters möchte Mittersill die Bevölkerung unter anderem ermutigen, selbst zu handeln, zum Beispiel durch naturnahes Gärtnern und die Förderung heimischer Obstsorten. Das geschieht durch Vorträge und Kursangebote.

 

Im Rahmen eines vielfaltleben-Projekttages im Nationalparkzentrum konnten sich Interessierte bei einem Rundgang vor Ort ein Bild von den Aktivitäten der Stadtgemeinde machen. So wurden sowohl der große Zierteich als auch der Obstsortengarten besucht. Um die Artenvielfalt noch weiter zu fördern, sagte die Biotopschutzgruppe Pinzgau spontan die aktive Mitwirkung bei der Artenanreicherung und Betreuung eines bisher unbeachteten kleinen Teiches zu. Auch die Ergänzung des Baumbestandes mit heimischen Baumarten – also die Schaffung eines Arboretums auf dem Areal im Umfeld des Nationalparkzentrums – wurde angedacht. So hat die Vernetzung zwischen lokal tätigen Akteuren der Gemeindepolitik, Verwaltung, Bauhof und Biotopschützer bereits Früchte getragen!

 

Kontakt: Dr. Anita Moser, Gemeindeentwicklung Salzburg, Tel: 0662-872691-18, E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at