Begegnung im Garten

 

 

Die letzte Gartenbegegnung dieses Jahres im Rahmen des Projektes „Calendula“ führte die Gemeindeentwicklung Salzburg nach Bayern: Gemüsebau Steiner in Kirchweidach an der Alz und der Blümlhof in Burgkirchen standen auf dem Exkursionsprogramm.

 

Ressourcen schonend nutzen: Gemüsebau Steiner

Seit 2014 produziert Gemüsebau Steiner natürliche Tomaten, Paprika und Erdbeeren in Bayern für Bayern – absolut CO2-frei und ohne Umweltbelastung. Möglich macht das ein in Deutschland beispielhaftes Energiekonzept: Heißes Thermalwasser aus der Geothermiequelle im oberbayerischen Kirchweidach und Photovoltaik zur Nutzung von Sonnenenergie. Jeder Tag an der Pflanze zählt – die Tomaten, Paprika und Erdbeeren punkten mit Frische und bestem Geschmack: Bei Gemüsebau Steiner werden die Früchte im Gewächshaus nachhaltig angebaut und mit größter Sorgfalt an der Pflanze gepflegt, bis sie vollständig ausgereift sind; erst dann werden sie geerntet, vor Ort verpackt und regional verkauft. Das Ergebnis: hohe Qualität, bestes Aroma und Reichhaltigkeit an Vitaminen. Hier wird Nachhaltigkeit in allen Bereichen gelebt.

Die Prinzipien der schonenden Ressourcennutzung werden bei Gemüsebau Steiner im gesamten Produktionsablauf befolgt: beginnend mit dem regenerativen Energiekonzept und dem sorgfältigen Anbau der Pflanzen, über den verantwortungsvollen Pflanzenschutz bis hin zu den kurzen Vertriebswegen und schließlich die konsequente Mülltrennung im Betrieb.

 

Solidarische Landwirtschaft: Blümlhof

Der Blümlhof ist ein Familienbetrieb in der 4. Generation, der seit 1996 im Biokreis ist und seit 2002 Lebensmittel in Demeter-Qualität produziert. Mit der Gründung einer solidarischen Landwirtschaft begann der Blümlhof, andere, alternative Wege zur Nutzung und zum Erhalt des Bauernhofs zu gehen.

Das Ideal einer Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) ist ein vielseitiger bäuerlicher Betrieb, der einen Kreis von Menschen mit gesunden Lebensmitteln versorgt. Diese Gruppe von Menschen finanziert die landwirtschaftliche Tätigkeit, teilt sich die Ernte und trägt die Risiken gemeinsam mit den Bauern. Sie werden so zu „Mitbauern“ in „ihrem“ Betrieb und tragen dadurch Verantwortung für ein Stück Erde, für die Art und Weise, wie diese bewirtschaftet wird und dafür, dass sie auch in Zukunft fruchtbar bleibt.

 

Für die „Mitbauern“ bedeutet Solidarische Landwirtschaft: aktive Beteiligung an einer gesunden Form der Lebensmittelerzeugung, frische Lebensmittel aus der Region, Wissen um die Herkunft und die Anbaubedingungen der Lebensmittel, Unterstützung einer sinnvollen Art der Landnutzung und Kulturlandschaftspflege.

Für den Hof und das Land bedeutet Solidarische Landwirtschaft: Schutz der biologischen Vielfalt und der natürlichen Lebensgrundlagen, Erhaltung von Ackerland in der Region, Sicherung kleinbäuerlicher, vielfältiger Betriebsstrukturen, Aufbau einer lokalen Versorgungsökonomie.

Für den Landwirt und den Betrieb bedeutet Solidarische Landwirtschaft: Bedarfsgerechte Erzeugung und das Wissen, für wen produziert wird, Streuung von Verantwortung und Risiko, Existenzsicherung durch ein planbares und gesichertes Einkommen, Kostendeckung während der Herstellung und nicht erst nach Verkauf der Waren.

 

Calendula: Ein Projekt der Gemeindeentwicklung Salzburg

Die Erhaltung der hohen Lebensqualität in ländlichen Regionen stellt Gemeinden und Stadtteile vor große Herausforderungen. Die Gesellschaft verändert sich rasch und neue Lösungen sind gefragt. Das Projekt „Calendula“ der Gemeindeentwicklung Salzburg will (weiterhin) die Generationen vernetzen, den Austausch von Menschen mit völlig unterschiedlichen Lebenszusammenhängen fördern und der Begegnung eine neue, tiefere Bedeutung geben.

Bei „Calendula“ wird in und mit der Natur gearbeitet. Mit zahlreichen Angeboten wird der soziale Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger gestärkt, und es werden neue Beteiligungsmöglichkeiten geschaffen.

 

Vom Gemeinschaftsgarten bis zur Gartentherapie

Zu den Projektschwerpunkten zählen unter anderem Gemeinschaftsgärten. Gemeinschaftsgärten sind Gärten, die von einer Gruppe von Menschen betrieben werden. Hier spielt aber nicht nur das Gärtnern eine Rolle, sondern auch das gemeinsame Arbeiten, die Möglichkeit der Beteiligung innerhalb einer Gemeinschaft, die Entwicklung eines gemeinschaftlichen Sinns im gemeinsamen Tun und letztlich das kommunikative Zusammensein im Garten. 

 

„Calendula“ steht außerdem für Baumpatenschaften, Gärten für Menschen mit Demenz, essbare Dörfer und Städte und für die Neophyten (neue Pflanzen).

Dazu Projektleiterin Dr. Anita Moser: „Mit vielen Vorträgen, Workshops und Exkursionen und einer Ausstellung wollen wir die Generationen vernetzen, Wissen rund um das Thema Natur und Garten weitergeben, den Austausch von Menschen mit unterschiedlichen Lebenszusammenhängen fördern und der Begegnung eine neue, tiefere Bedeutung geben.“

Der „Blick über den Gartenzaun“ gilt nicht umsonst als Synonym für Aufgeschlossenheit für Neues.

 

 

Kontakt: Dr. Anita Moser, Gemeindeentwicklung Salzburg, Tel: 0662-872691-18, E-Mail: anita.moser@sbw.salzburg.at